Gesundheit!

Lang, lang ist’s her, dass der Heuschnupfen die einzige allgemein bekannte Allergie war. Mittlerweile weiß man von allergieauslösenden Stoffe in allen Facetten – und jeder kennt sicherlich mindestens einen Allergiker, wenn er nicht sogar selbst betroffen ist.

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Von
  • Diane Sieger

Jeder dritte Erwachsene in Deutschland leidet an einer Allergie. Der Kontakt mit einem bestimmten Stoff oder die Aufnahme eines Nahrungsmittels haben gelegentlich unangenehme Folgen. Juckender Hautausschlag, tränende Augen, Durchfall oder sogar akuter Schockzustand können Zeichen einer allergischen Reaktion sein. Wenn so viele Menschen davon betroffen sind, lohnt es sich, dem Thema ein wenig auf den Grund zu gehen. Was ist eine Allergie überhaupt? Wie entsteht sie und wie kann man unerwünschte Begleiterscheinungen bekämpfen?

Einen prima Einstieg bietet wie bei vielen Themen Wikipedia. Der dortige Eintrag verrät, dass der Wiener Kinderarzt Freiherr Clemens von Pirquet den Begriff Allergie im Jahre 1906 geprägt hat. Per Definition handelt es sich um eine „veränderte Fähigkeit des Körpers, auf eine fremde Substanz zu reagieren“. Auch über mögliche Symptome klärt Wikipedia auf: Es gibt Reaktionen der Schleimhäute, der Atemwege, der Haut, des Verdauungstrakts und sogar akute Notfälle, die sich in einem anaphylaktischen Schock äußern.

Etwa 20 Prozent aller Deutschen leiden unter Heuschnupfen, einer allergische Reaktion auf Pollen. Die meisten reagieren nur auf einige wenige blühende Bäume, Sträucher, Gräser, Kräuter oder Getreidearten. Manche Allergiker leiden jedoch unter Pollenarten mit unterschiedlichen Blütezeiten und somit fast ganzjährig. Nachzulesen im Stern Ratgeber Allergie, der eine schöne Fotogalerie mit Heuschnupfenauslösern mitliefert.

Um schon am Morgen abschätzen zu können, mit wie viel Schniefen und Augentränen der Tag verbunden sein wird, lohnt sich für Allergiker ein Blick in die Pollenflugvorhersage des Deutschen Wetterdienstes. Dort lässt sich der Allergieauslöser auswählen, und eine Deutschlandkarte gibt einen Überblick über die Pollenflugintensität des Tages. Ebenfalls über diese Webseite kann man den Pollenflug-Newsletter des Wetterdienstes bestellen – somit flattert die Vorhersage des Tages pünktlich am Morgen ins E-Mail-Postfach.

Wer im wahrsten Sinne des Wortes die Nase voll hat vom Heuschnupfen, kann sich einer langwierigen Desensibilisierung unterziehen. In einem bis zu mehreren Jahren dauernden Prozess wird der Körper mithilfe von Spritzen oder Tropfen an den Allergieauslöser gewöhnt. Seit einiger Zeit gibt es alternativ eine Tablette, die ähnlich wirkt wie die seit langer Zeit bekannten Mittel, die ein Betroffener jedoch eigenständig zu Hause einnehmen kann. Mehr darüber weiß das WDR Fernsehen in seiner Aktuellen Stunde zu berichten. Von dort aus geht es auch zu weiteren Webseiten rund um das Thema Heuschnupfen.

Ebenfalls in Deutschland weit verbreitet ist die Tierhaarallergie, ein leicht irreführender Begriff. Denn bei Katze, Kaninchen und Co. ist oftmals nicht das Fell an sich allergieauslösend, schuld sind stattdessen oder zusätzlich Bestandteile von Kot, Urin oder Hautschuppen. Es kommt häufig vor, dass Allergiker sich nicht mit dem reaktionsauslösenden Tier in einem Raum befinden können, ohne von Symptomen geplagt zu werden. Manchmal genügt es schon, auf offener Straße mit einem Katzenhalter ins Gespräch zu kommen, um heftige Reaktionen zu spüren. Besonders gemein ist, dass einige Tierallergene über große Distanzen schweben können – selbst in der Antarktis haben Forscher schon Katzenhaarallergene gefunden. Nachzulesen bei Gesundheit.de sowie im Onlineangebot des Stern.

Schätzungsweise eine Million Deutsche leiden an einer Hausstauballergie. Oder besser gesagt, an einer Hausstaubmilbenallergie. Allergieauslöser sind nicht die Miniwesen selbst, sondern deren Kot, den sie in der Wohnung reichlich verteilen. Mit Freuden leben die Milben – die so klein sind, dass Hunderte von ihnen auf einen Stecknadelkopf passen – wo es warm und ein wenig feucht ist und wo sie sich von menschlichen Hautschuppen ernähren können. Richtig, die perfekten Lebensbedingungen findet sie in den Betten. Für die meisten Menschen ist dies kein Problem, doch sobald eine Allergie vorherrscht, kann der Aufenthalt in der eigenen Wohnung zur Qual werden. Wie gut, dass es viele Tipps zur Linderung gibt. Von der Bauanleitung für Do-it-Yourself-Allergikerbettwäsche bis hin zum Hinweis, dass man bei glatten Böden statt zum Staubsauger lieber zum Wischlappen greifen sollte – hier gibt es einige Ideen zum Ausprobieren. Wer keinen Ekel kennt, sollte zusätzlich einen Abstecher zu den enorm vergrößerten Fotografien von Hausstaubmilben machen – sie sind durchaus einen Blick wert.

Während umfangreiche Forschungen stattfinden, um weit verbreitete Allergien zu lindern, und man bereits etliche Medikamente zur Eindämmung der Symptome entwickelt hat, gibt es einige wenige Menschen, die unter wenig verbreiteten oder gar fast vollständig unerforschten Allergien leiden. Eine besonders seltene ist die Spermaallergie, die hauptsächlich zwanzig- bis dreißigjährige Frauen betrifft. Hierbei handelt es sich um eine allergische Reaktion auf ein Protein im Ejakulat des Mannes, die sich durch Brennen, Juckreiz, Schwellungen oder Hausausschläge äußert. Das kann so weit gehen, dass bei einem Kinderwunsch kein Weg an der künstlichen Befruchtung vorbeiführt.

Wenig bekannt ist auch, dass für einige Menschen das Telefonieren mit dem Handy Hautausschläge hervorrufen kann, ausgelöst durch das in vielen Mobiltelefonen enthaltene Nickel.

Neuere Untersuchungen zeigen, dass werdende Mütter mit der richtigen Ernährung während der Schwangerschaft das Allergierisiko für ihr Kind senken können. Fisch beispielsweise wirkt sich mit seinen Omega-3-Fettsäuren positiv aus. Doch Fisch ist nicht gleich Fisch – Sushi und Räucherlachs sind während der Schwangerschaft tabu. Vielleicht doch lieber durch Rapsöl ersetzen? Weitere Tipps geben an, wie sich Allergien beim Kind eindämmen lassen.

Wer den Glauben an die Schulmedizin bereits verloren hat, kann sich vielleicht mit der Naet-Therapie anfreunden, die mit einem ganzheitlichen Ansatz versucht, den Köper wieder ins Reine zu bringen. Oftmals reicht es jedoch schon aus, sich mit Leidensgenossen auszutauschen, dann ist man im Allergie-Forum genau richtig. Hier lassen sich Tipps und Tricks finden, die den Umgang mit der eigenen Allergie erleichtern. (ka)