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Zwar legen die Wordpress-Entwickler mit Version 2.7 keine neue Major Release vor. Sie bietet jedoch diverse Neuerungen sowohl optischer als auch technischer Natur.

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Lesezeit: 4 Min.
Von
  • Thordis Bonfranchi-Simovic
  • Vladimir Simovic
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Das in PHP geschriebene Wordpress gehört zu den bekanntesten Blog-Systemen [1]. Die für den 10. November geplante Version 2.7 bringt zahlreiche neue Funktionen und ein neues Design.

Nutzer können nahezu jede Seite des Backend individuell einrichten. Der Link Page Options öffnet einen Dialog, mit dem sich Teilbereiche der Seite ein- oder ausblenden lassen. Auf der Seite „Artikel schreiben“ etwa kann man die Bereiche Tags, Kategorien, Auszug, Trackbacks und Pings, benutzerdefinierte Felder, Kommentare, Privatsphäre und Titelform je nach Bedarf anzeigen oder verbergen (siehe Screenshot). Zusätzlich lassen sich die einzelnen Bereiche per Drag&Drop nach eigenem Gusto platzieren.

Persönlich: Anwender können Seiten mit den Page Options (oben) und per Drag&Drop nach ihren Bedürfnissen umgestalten.

Neben optischen Änderungen bietet die neue Version Funktionen, die bislang nur durch Plug-ins realisierbar waren. Zum Beispiel kann man einen Artikel beim Erstellen als „sticky“ deklarieren. Er gilt dann als der aktuellste Beitrag und steht immer an erster Stelle. Somit erhält der Blog-Betreiber die Möglichkeit, ohne großen Aufwand Artikel zu verfassen, die aus dem normalen Blog-Fluss herausstechen sollen.

Deutlich erweitert haben die Entwickler die Einstellungen für Bilder. Künftig kann man nicht nur konkrete Größen von Vorschaubildern, mittleren und großen Bildern, sondern auch Default-Werte für Größe und Ausrichtung festlegen. Außerdem erlaubt es Wordpress 2.7, Bilder und andere Dateien hochzuladen, ohne sie in einen bestehenden Artikel einzufügen – etwa für die Sidebar.

Mit Quick Edit kann der Blog-Betreiber auf den Übersichtsseiten – etwa Artikel, Seiten oder Links – mit einem einfachen Klick die Metadaten eines Artikels ändern. Bislang musste man einen Artikel aufrufen und in den Bearbeitungsmodus wechseln, um zum Beispiel Kategorien oder Tags zu ändern.

Kommentare kann der Betreiber der Blogs aus dem Backend heraus beantworten statt – wie ein Besucher – mit der Kommentarfunktion im Frontend. Betreiberkommentare sind auf den ersten Blick als solche zu erkennen, da die Software sie durch Einrücken optisch hervorhebt.

Neue Optionen in den Diskussionseinstellungen erlauben es, die Schachtelungstiefe von Kommentaren zu begrenzen und die Zahl der Kommentare einzustellen, die auf einer Seite sichtbar sein sollen. Außerdem lässt sich die Kommentarfunktion mit einem Timer verknüpfen: Ist die eingestellte Zeit abgelaufen, lässt sich der Blog-Eintrag nicht mehr kommentieren. Das dürfte die Zahl der Spam-Kommentare verringern.

In Anlehnung an die Entwicklerversion „Crazyhorse“ befindet sich der Navigationsbereich nun an der linken Seite. Die Menüstruktur ist differenzierter: Verfügte Wordpress 2.6.2 noch über acht Hauptpunkte, sind es mittlerweile elf. Das neue Menü wirkt dadurch zunächst unübersichtlicher. Es hat jedoch den Vorteil, dass man es auf seine Icons reduzieren und dadurch Platz auf dem Bildschirm sparen kann.

Verändert hat sich auch das „Dashboard“, die Startseite des Backend. Zu den wesentlichen Neuerungen gehört neben der Möglichkeit, die Seite individuell anzupassen, die Funktion „QuickPress“ zum schnellen Verfassen von Artikeln.

Erweiterungen (Plug-ins) ließen sich bei den bisherigen Versionen zwar automatisch aktualisieren, installieren musste der Nutzer sie jedoch manuell. Mit Version 2.7 ist die zeitraubende und undankbare Arbeit nicht mehr notwendig. Updates von Wordpress selbst finden ebenfalls automatisch statt. Der Nutzer muss den Prozess nur innerhalb des Admin-Bereichs anstoßen und für die Installation auf dem Server seine Zugangsdaten angeben. Das könnte für mehr Sicherheit sorgen: In der Vergangenheit entstanden einige Sicherheitslücken durch veraltete Plug-ins und Wordpress-Versionen, weil vielen Nutzern die Aktualisierung zu aufwendig war.

Wordpress 2.7 orientiert sich stark an den WĂĽnschen der Nutzer. Kernpunkte der neuen Release sind mehr Funktionen und mehr Komfort. Das Ergebnis dĂĽrfte sowohl alte Hasen ĂĽberzeugen, als auch Neulingen den Einstieg erleichtern.

Thordis Bonfranchi-Simovic
bloggt seit 2004 und ist Koautorin von „WordPress – Das Praxisbuch“.

Vladimir Simovic
ist Wordpress-Experte und Autor mehrerer IT-FachbĂĽcher.

[1] Christoph Leisegang, Stefan Mintert; Blogging-Software; Liebes Tagebuch …; Sieben frei verfügbare Weblog-Systeme;

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