Sonnensegel nächstes Jahr im Weltraum-Test

Trotz des fehlgeschlagenen Testfluges bereitet die Planetary Society weiter den Jungfernflug ihres Weltraum-Seglers vor.

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Von
  • Thorsten Dambeck

Der Test des suborbitalen Fluges eines Modells ihres Sonnensegel-Raumschiffes ging schief. Trotzdem will die Planetary-Society den ersten Testflug des vollständigen Segels Anfang des nächsten Jahres wagen, gab die Organisation im kalifornischen Pasadena bekannt.

Wie beim Testflug im vergangenen Monat soll "Cosmos-1" von einer umgebauten russischen Interkontinentalrakete in die Umlaufbahn geschossen werden. Als Startplattform soll wieder ein russisches U-Boot in der Barents-See fungieren. Die Erfahrungen mit dem Modellsegel würden ausreichen, um den nächsten Schritt zu wagen, sagte Konstantin Pichkhadze, Chef des russischen Babakin-Forschungszentrum bei Moskau, wo der Raumsegler gebaut wurde.

Bei dem Test am 20. Juli hatte sich das Raumschiff mit dem Modellsegel nicht von der dritten Stufe der umgebauten Volna-Rakete gelöst. Nach einem russischen Untersuchungsbericht zu den Ursachen des Vorfalls soll unzureichender Schub der Oberstufe die Bordcomputer veranlasst haben, den Befehl zur Abtrennung der Nutzlast auszusetzen: Ein ungewöhnlicher Fehler der Rakete, die nach russischen Angaben 146 erfolgreiche Flüge in Folge absolviert haben soll.

Ziel der Mission im nächsten Jahr wird der Flug eines vollständigen Segels mit acht Blättern in eine Erdumlaufbahn sein. Die im Orbit entfalteten Segel haben die Aufgabe, den Lichtdruck der Sonnestrahlen zu nutzen, um langsam den Abstand des Seglers zur Erde zu erhöhen. Obwohl seit Jahrzehnten Raumfahrzeuge auf Basis der Sonnensegel-Technik diskutiert werden, ist bisher noch kein Raumflug mit dieser Antriebstechnik unternommen worden, die eines Tages sogar interstellare Flüge ermöglichen könnte. (thd)