TV-Kabel: Liberty Media muss sich genauer Prüfung stellen

Auch die Liberty-Übernahme von TeleColumbus, Betreiber der Endkundenanschlüsse beim TV-Kabel in vielen Haushalten, will das Kartellamt genau untersuchen.

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Von
  • Jürgen Kuri

Die Entscheidungen des Bundeskartellamts zu den strittigen Kabelnetz-Käufen des US-Medienkonzerns Liberty Media in Deutschland werden sich noch weiter hinauszögern als bisher bekannt wurde. Grund dafür ist nicht nur die Prüfung des Kaufs der TV-Kabel-Infrastruktur der Telekom durch den US-Konzern, sondern auch die geplante Übernahme von TeleColumbus. Die Kabelgesellschaft, bislang im Besitz der Deutschen Bank, betreibt die so genannte Netzebene 4 in vielen Haushalten, also den eigentlichen Teilnehmeranschluss. Mit der Übernahme von TeleColumbus erhielte Liberty Media also nicht Zugang zum Kabelnetz, sondern auch direkt zu den Kunden.

Das Kartellamt hatte bereits die Prüfungsfrist beim geplanten Kauf von sechs regionalen Kabelgesellschaften der Deutschen Telekom vom 7. Januar auf 28. Februar 2002 verlängert. Nun soll auch die geplante Übernahme von TeleColumbus bis Mitte März -- unter Ausschöpfung der vollen viermonatigen Frist -- geprüft werden, bestätigte ein Sprecher des Kartellamts gegenüber dpa. Gegen die Übernahmepläne von Liberty waren bereits Bedenken aus dem Kartellamt verlautet. Liberty hat außerdem noch einen Einstieg beim Pay-TV-Sender Premiere World der Kirch-Gruppe beim Kartellamt angemeldet. (jk)