Bluetooth im Miniformat (Update)
Auf der Pocket PC 2002 in San Francisco haben gleich mehrere Hersteller neue Bluetooth-Lösungen für PDAs im CompactFlash-Typ-I-Format vorgestellt.
Anycom hat bei der Vorstellung neuer Pocket PCs in San Francisco die Auslieferung eines Bluetooth-Adapters im CompactFlash-Typ-I-Format angekündigt. Der CF-2001 erlaube den Zugriff auf TCP/IP-Netzwerke, Peer-to-Peer-Verbindungen und Dial-up-Networking mit entsprechend ausgestatteten Handys im Umkreis von etwa 10 Metern bei einer maximalen Übertragungsgeschwindigkeit von 721 KBit/s. Mit einem speziellen Modul sei auch die Ausgabe auf einen Drucker möglich, heißt es in einer Presseerklärung.
Die lediglich 48 mm Ă— 43 mm Ă— 6 mm groĂźe und extrem leichte Karte verwendet einen Kombi-Chipsatz von Ericsson/VLSI, unterstĂĽtzt den Bluetooth-1.1-Standard und soll sich dank Flash-ROM einfach per Software updaten lassen. Der Stromverbrauch liegt nach Herstellerangaben bei maximal 70 mA, beziehungsweise 10 mA im Standby-Modus. Mit einem vierstelligen Sicherheitscode, Mode-2-Authentifizierung und 128-Bit DatenverschlĂĽsselung versucht Anycom den gestiegenen SicherheitsbedĂĽrfnissen gerecht zu werden.
Die Anycom Bluetooth CompactFlash Card unterstützt Windows 95, 98, NT, 2000, ME sowie Pocket PCs mit Windows CE 3.0. Im Lieferumfang der 200 US-Dollar teuren, ab sofort weltweit verfügbaren Karte ist zudem ein CompactFlash- auf PC-Card-Adapter enthalten wodurch sich die Karte in Notebooks einsetzen lässt. Einen Testbericht über eine Vorversion von Anycoms CF-Card hatte c't in der Ausgabe 09/01 abgedruckt.
Auch Philips, Pretec und Socket zeigten Bluetooth-Lösungen im CompactFlash-Format. Das CompactBT getaufte Pretec-Modell ist allerdings weit größer als die Anycom-Lösung und mit 45 mA im Standby-Modus auch nicht gerade ein Stromsparwunder. Dafür soll die Pretec-Karte auch Linux und Sprachübertragung unterstützen. Die Karte wird nach Herstellerangaben im Dezember verfügbar sein, der Preis steht noch nicht fest.
Philips rühmt sich derweil, als erster Hersteller eine Bluetooth-Lösung im CompactFlash-Format auf den Markt gebracht zu haben. Die entsprechende – zusammen mit der kalifornischen Firma WIDCOMM verfasste – Mitteilung datiert von Juni dieses Jahres; auf der Philips-Website findet man aber so gut wie keine Informationen zu dem Produkt, außer dass es einen Typ-II-Slot benötigt.
Mit Socket kann ein weiterer Hersteller einen Bluetooth-Adapter im CompactFlash-Format ausliefern, allerdings nur in einer Art Testversion, die noch dem Bluetooth-Standard 1.0b folgt und nicht alle Nutzungsprofile unterstützt. Der Adapter wiegt lediglich 10 Gramm und ist so klein, dass er überhaupt nicht mehr aus dem CF-Slot herausragt. Die CF-Karte soll im Normalbetrieb 75 mA, im Standby-Modus sogar nur 1,4 mA Strom verbrauchen. Ein Labor-Muster hatte c't in Ausgabe 20/01 unter die Lupe genommen. Toshibas noch winzigerer Bluetooth-Adapter im SecureDigital-Format lässt ebenfalls weiter auf sich warten, inzwischen ist von einer Auslieferung im ersten Quartal 2002 die Rede. Der Preis soll bei "konkurrenzfähigen 150 US-Dollar" liegen. (Marc Kersten) (pmz)