Digitale Signaturen suchen Marktstandard (Update)
Datev-Experten kommen zu dem Schluss, die von der Bundesregierung angestrebte Vereinheitlichung der digitalen Signatur sei frühestens in der ersten Hälfte 2005 erreichbar.
In einer technische Hintergrundinformation für die Vorstandssitzung der Steuerberatergenossenschaft Datev kommen die Autoren zum Schluss, dass die von der Bundesregierung angestrebte Vereinheitlichung der digitalen Signatur frühestens in der ersten Hälfte 2005 erreichbar sei. Auch diese Annahme, die auf der Anerkennung des technischen Standards ISIS-MTT beruht, bezeichnen die Autoren als höchst optimistisch. Damit überhaupt Bewegung in die schleppende Einführung der digitalen Signatur kommt, schlagen die Verfasser bilaterale Abkommen zwischen einzelnen Wettbewerbern wie Datev und Signtrust vor und hoffen auf die allmähliche Durchsetzung eines Standards, der auch die DATEV-Anwendungen GERVA (Gesicherter Elektronischer RechtsVerkehr mit Attributen) und GERVA-Viewer umfasst.
Als Beleg für ihre Hoffnung führen die Autoren an, dass sich im Internet "für Techniker, die an langwierigen Standardisierungsinitiativen mitgearbeitet haben, überraschend schnell" weltweit funktionierende Kommunikationsformen auf Browser- und E-Mail-Ebene durchgesetzt haben. Auf der Ebene dieser beiden Systeme sollen sich "noch in 2002 die kryptographischen Funktionen Verschlüsselung und fortgeschrittene Signatur einbürgern." Als größtes Problem sehen die Fachleute der Datev die Validierung fremder Zertifikate. Nach ihren Vorhersagen müssten die Empfänger signierter Mitteilungen andere Zertifikate ohne Validierung akzeptieren oder per Hand einpflegen, sofern die Software eine solche Funktion besitze.
Einer gremieninduzierten Vereinheitlichung der digitalen Signatur in Deutschland erteilen die Autoren eine Absage. Sie sei vor dem Hintergrund einer europäischen Signaturnorm reines Wunschdenken. "Eine SigG-Konformität ist im Marktstandard nicht zu erwarten", heißt es in der Vorlage der Experten. Der Vorstand der Datev muss darüber entscheiden, wie es mit GERVA 1.1 weitergehen soll. (Detlef Borchers) / (jk)