Medizin-Journale für Entwicklungsländer sind online
Forschungsinstitutionen in 70 Entwicklungsländern haben seit gestern über das Internet kostenlosen oder deutlich vergünstigten Zugriff auf über 1000 verschiedene medizinische Fachzeitschriften.
Universitäten, medizinische Ausbildungsstätten, Forschungseinrichtungen und andere öffentliche Institutionen in 70 Entwicklungsländern haben seit gestern über das Internet kostenlosen oder deutlich vergünstigten Zugriff auf über 1000 verschiedene medizinische Fachzeitschriften. Möglich wurde dies durch die gemeinsame Initiative "Access to Research" der Weltgesundheitsorganisation WHO und der sechs weltweit größten Verlage für medizinische Fachzeitschriften.
Zusätzliche Kosten entstehen den Verlagen durch die Verbreitung im Internet keine. Der Zugriff auf die Journale erfolgt über die ebenfalls am Donnerstag online gegangene Website des Health InterNetwork, das im Jahr 2000 von UN-Generalsekretär Kofi Annan initiiert wurde.
Um auch den ärmsten Ländern der Welt Zugriff auf die aktuelle medizinische Forschung zu ermöglichen, hatte die WHO voriges Jahr zusammen mit den Verlagen Blackwell, Elsevier Science, the Harcourt Worldwide STM Group, Wolters Kluwer International Health & Science, Springer Verlag and John Wiley die Übereinkunft geschlossen, die Online-Ausgaben ihrer zusammen fast tausend Journale für mindestens drei Jahre Universitäten, Forschungseinrichtungen und staatlichen Institutionen in armen Ländern zur Verfügung zu stellen und in Zusammenarbeit mit dem Open Society Institute der Soros Foundation im Recherchieren nach Artikeln und im Umgang mit dem Internet zu trainieren. In einem zweiten Schritt soll dann noch weiteren Entwicklungsländern der Zugriff auf die Archive zu wesentlich vergünstigten Preisen ermöglicht werden. (Andreas Grote) / (wst)