IT-Unternehmen und US-Regierung im Wettlauf um mehr Sicherheit

Experten drängen die US-amerikanischen IT-Unternehmen zu mehr Eigeninitiative in Sachen Sicherheit.

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"Helft Euch selbst, sonst hilft Euch Washington" lautet auf den Punkt gebracht das Anliegen von Michael O'Neil. Auf der Trusted Computing Conference drängt der IT-Experte und Anwalt der Kanzlei Preston Gates & Ellis die US-amerikanischen IT-Unternehmen dazu, auf eigene Initiative ihre Sicherheit zu verbessern. Ansonsten könne es zu unerwünschten Restriktionen durch die Regierung kommen. Die Unternehmen sollten in dieser Sache zusammenarbeiten. Auf der Konferenz im kalifornischen Mountain View diskutieren rund 200 Teilnehmer aus Wirtschaft und Regierung über Computersicherheit.

Mit seinen Worten wollte O'Neil der Industrie offensichtlich im Guten zureden, zumal viele ihrer Verteter glauben, die Regierung sei zu Restriktionen noch nicht in der Lage. Internet-Sicherheit betreffe nicht nur die Verbraucher, sagte O'Neil laut dem Newsmagazin CNet. Daten von Unternehmen und Regierungen seien ebenso gefährdet. Zudem bestünde die Gefahr, dass Terrorattacken über das Internet koordiniert würden; das könne zu mehr Gesetztesinitiativen führen. Falls die IT-Unternehmen nicht möglichst schnell von sich aus Maßnahmen ergriffen, würde der US-Congress zur Tat schreiten: "Nicht weil es effektiv wäre, sondern weil er etwas tun muss", so O'Neil.

Tatiana Gau, bei AOL Time Warner Vizepräsidentin für Integrity Assurance, wandte ein, das Thema IT-Sicherheit sei zu komplex, als dass schnell Gesetze auf den Weg gebracht werden könnten. Es sei noch nicht einmal klar, wie angemessene Sicherheitsstandards überhaupt aussehen könnten. Jedes Gesetz, das solche Richtlinien festlegen würde, sei überholt, ehe der US-Präsident es unterschreiben könnte. Die Industrie sei selbst in der Lage, verantwortlich zu handeln, sich und die Verbraucher zu schützen. (anw)