Letzte Chance für LIPRO – Insolvenzverfahren eröffnet

Über das Berliner Softwareunternehmen LIPRO ist beim Amtsgericht Charlottenburg das Insolvenzverfahren eröffnet worden.

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Von
  • Jürgen Kuri

Über das Berliner Softwareunternehmen LIPRO ist beim Amtsgericht Charlottenburg das Insolvenzverfahren eröffnet worden, teilte die Firma in einer Börsenpflichtmeldung mit. Zusammen mit dem Insolvenzverwalter solle das am Neuen Markt notierte Unternehmen grundlegend saniert werden. LIPRO war im August unter vorläufige Insolvenzverwaltung gestellt worden. Den Antrag hatten eine ehemalige Beschäftigte und zwei Krankenkassen gestellt. Die Entscheidung des Insolvenzrichters war von Geschäftsführung und Mitarbeitern kritisiert worden, weil sie das strategische Konzept zum Fortbestand des Unternehmens gefährde. Die Mitarbeiter hätten die Entscheidung "als Gefahr für ihre Arbeitsplätze angesehen und die sofortige Aussetzung der vorläufigen Insolvenzverwaltung gefordert", hieß es damals.

Die Firma LIPRO, die sich selbst als Spezialisten für "eManufacturing" und "Collaborative Business Networks" bezeichnet, habe noch rund 100 Beschäftigte, sagte Unternehmenssprecher Roy Wenske gegenüber dpa. Für das laufende Jahr wurde bislang ein Verlust von 6,7 Millionen Euro bei einem Umsatz von 21,7 Millionen Euro erwartet. Dies sei vielleicht nicht zu halten, sagte Wenske. Die Sanierung solle auf Grundlage eines mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Schulze & Braun erarbeiteten Konzepts erfolgen, das "den dauerhaften Fortbestand des Unternehmens und eine erfolgreiche Entwicklung nach der Sanierungsphase sichern kann". Auf dieser Basis sei es möglich, mittelfristig einen großen Teil der Gläubigerforderungen zu begleichen.

Grundlage des Sanierungskonzepts sei das im Mai und Juni eingeleitete Umstrukturierungskonzept. Dieses sehe das Outsourcing der operativen Geschäftsbereiche in eigenständige Profitcenter vor. LIPRO werde sich künftig auf wenige Geschäftsfelder konzentrieren. Der Kurs der Aktie ging nach monatelanger Talfahrt zwischenzeitlich bis auf 0,13 Euro zurück, konnte sich aber im Verlaufe des frühen Mittwochvormittags um 138,46 Prozent auf 0,31 Euro steigern. (jk)