Wissensnetzwerk für Landwirte in Entwicklungsländern [Update]

Die Sekem-Holding baut zusammen mit der Universität Hohenheim ein Wissensportal für Bauern in den Entwicklungsländern auf.

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  • dpa

Schnelle Antworten auf landwirtschaftliche Fragen will die Sekem-Initiative Kairo Bauern in den Entwicklungsländern im Internet zur Verfügung stellen. "Vielen Landwirten fehlt der Zugang zu wichtigem Wissen, etwa bei der Schädlingsbekämpfung", sagte Klaus Merckens, Verantwortlicher für das Projekts "globalorganic.net". Das Internetportal, an dem neben der im biodynamischen Anbau tätigen Holding Sekem die Universität Hohenheim und Softwarefirmen aus Ulm und Wien beteiligt sind, soll in zwei Wochen online gehen.

Das Portal wird nach den Worten Merckens zu einem internationalen Netzwerk ausgebaut, in dem die Landwirte sich nicht nur mit Fragen an Sekem wenden, sondern auch selbst Wissen und Erfahrungen zur Verfügung stellen können. Die Mitarbeiter von Sekem, die die eingehenden Texte übersetzen und die Inhalte strukturieren, greifen bei Sachfragen auf das Wissen des Vereins Tropennetzwerk am Tropenzentrum der Universität Hohenheim zurück.

"Natürlich haben die Landwirte in den Entwicklungsländern keinen eigenen Internet-Anschluss. Aber es gibt überall Beratungsstellen, die den Bauern den Zugang ermöglichen", sagte Projektleiter Folkert Wilken. Die Beratungsstellen könnten für einen Jahresbeitrag von 15 Mark oder durch jährlich zwei eigene Beiträge Mitglied von "globalorganic.net" werden.

Die Idee für das Projekt stammt von der Sekem-Gruppe, die in Ägypten seit 1977 bio-dynamische Landwirtschaft betreibt und deren Produkte Demeter-zertifiziert sind. Zur Holding gehören sieben Firmen, die Getreide, Obst, Gemüse, Baumwolle, Milch und Heiltees biologisch anbauen und vermarkten sowie zwei gemeinnützige Organisationen, die sich für ökologische Landwirtschaft und kulturelle Entwicklung in Ägypten einsetzen. Nach eigenen Angaben erzielte die Gruppe im vergangenen Jahr mit 2000 Mitarbeitern einen Umsatz von 35 Millionen Mark. Der Exportanteil lag bei 45 Prozent. Wichtigstes Abnehmerland ist Deutschland, in das 70 Prozent aller Exporte geliefert werden. (dpa) / (jk)