Finanzspritze für US-amerikanischen IT-Sektor
Die US-Regierung will den Etat für Informationstechnologie massiv erhöhen.
Die US-Regierung will den Etat für Informationstechnologie massiv erhöhen. Nach US-Medienberichten sieht der Haushaltsentwurf, den die Bush-Regierung gestern dem Kongress vorgelegt hat, eine Ausgabensteigerung von 16 Prozent auf etwa 50 Milliarden US-Dollar vor. 60 Prozent der zusätzlichen Ausgaben sind demnach für eine Erhöhung der Computersicherheit vorgesehen. Entsprechende Zahlen waren bereits am Wochenende durchgesickert. Die Initiative zur Überwindung der so genannten digitalen Spaltung -- das Technology Opportunities Program -- wird dagegen nahezu vollständig zurückgefahren.
Zudem sieht der aktuelle Haushaltsentwurf 379 Milliarden US-Dollar für das Pentagon vor; das sind 14,5 Prozent mehr als im laufenden Finanzjahr. Das Militär-Budget enthält unter anderem 5,5 Milliarden US-Dollar für die Entwicklung einer neuen militärischen Kommunikations- und Kommandostruktur.
Auch der Haushaltsposten für Forschung und Technologie ist aufgestockt worden -- nach Streichungen im vergangenen Jahr soll dieser Posten um neun Prozent auf 57 Milliarden US-Dollar wachsen. Die Technologieförderung wird allerdings nicht nur erhöht, sondern auch kräftig umgeschichtet: Auf der Verliererseite steht beispielsweise das vom ehemaligen US-Präsidenten Clinton initiierte so genannte Advanced Technology Program, mit dem insbesondere Forschung und Entwicklung in der Industrie gefördert werden sollte. Das Programm wird um 42 Prozent von 185 Millionen auf 108 Millionen US-Dollar reduziert.
Auch die US-Raumfahrtagentur NASA muss sparen. Der Haushaltsplan sieht Kürzungen bei der Internationalen Raumstation und im Raumfährenprogramm vor. Die Mittel für die Erkundung der äußeren Planeten unseres Sonnensystems sollen ebenfalls zusammengestrichen werden. Die nationale Initiative zur Förderung der Nanotechnologie-Forschung wird dagegen um 17 Prozent auf 679 Millionen US-Dollar aufgestockt. (wst)