AOL wegen Beleidigungen in Chatrooms verklagt

AOL wird in den USA verklagt, weil es in seinen Chatrooms die Beleidigung von Moslems geduldet haben soll. Die Kläger stufen Chatrooms dabei als öffentliche Räume ein.

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Von
  • Christian Kruggel

Der Internetprovider America Online (AOL) wird in Alexandria (Virginia) verklagt. Wie die New York Times berichtet, wird dem Internetanbieter vorgeworfen, er habe die Beleidigung von Moslems in seinen Chatrooms geduldet und verletze damit ein Gesetz aus dem Jahr 1964, das Zurücksetzungen im öffentlichen Raum verbietet.

Die Klage läuft als Sammelklage. Von den Klägern ist der US-Zeitung nur Saad Noah namentlich bekannt. Er hatte sein AOL-Abo im Juli 2000 gekündigt. Sein Anwalt, Kamran Memon, begründete die Klage gegen AOL damit, dass Chatrooms im Zuge der stetig wachsenden Bedeutung des Internets als öffentliche Räume angesehen werden müssen. In diesen Räumen dürften Diskriminierungen nicht geduldet werden, und AOL habe auch auf mehrfache Hinweise seines Mandanten in entsprechenden Chatrooms die Beleidigungen von Moslems nicht unterbunden. Die Klage sei der letzte Schritt, nachdem AOL nicht reagiert habe. Rund 20 Seiten umfasst der Anhang zur Klage, in dem Beleidigungen in AOL-Chatrooms in den Jahren 1998 und 1999 dokumentiert werden.

Andrew Weinstein, ein Sprecher von AOL, zeigte kein Verständnis für die Klage. Er betonte, dass AOL generell keine Diskriminierungen in seinen Diensten dulde. Sobald sich ein Kunde beschwere, würde ein Angestellter von AOL den Hinweisen nachgehen und darauf reagieren. Dabei würden alle nötigen Maßnahmen von der Verwarnung bis hin zur Sperrung des Services ergriffen. (chk)