Audio-Suchmaschine fĂĽr die Holocaust-Forschung
Wissenschaftler der Johns Hopkins Universität in Baltimore entwickeln ein Spracherkennungs-System für die Shoah Foundation.
Wissenschaftler der Johns Hopkins Universität in Baltimore entwickeln derzeit ein Spracherkennungs-System für die Holocaust-Forschung. Tausende von Interviews mit Überlebenden der Judenverfolgung, die im Archiv der Shoah Foundation gesammelt sind, sollen dadurch besser zugänglich werden. Für die kommenden fünf Jahre stellte die National Science Foundation den Wissenschaftlern dafür einen Betrag von 7,5 Millionen US-Dollar zur Verfügung.
Die Shoah Foundation wurde 1994 von Film-Regisseur Steven Spielberg gegründet. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an das Schicksal der Juden unter der Herrschaft der Nazis lebendig zu halten. Dafür wurden mittlerweile 51.000 Interviews in 30 Sprachen mit einer Gesamtdauer von 116.000 Stunden auf Video festgehalten. Das Spracherkennungssystem soll die mittlerweile digitalisierten Aussagen der Opfer und Hinterbliebenen nach speziellen Begriffen durchkämmen, damit eine Audio-Suchmaschine entsprechende Stellen in dem Filmmaterial schnell auffinden kann.
Mitarbeiter der Shoah Foundation sind schon seit einiger Zeit dabei, wenigstens das englischsprachige Material zu sichten und zu indizieren. Es hat sich aber gezeigt, dass die Arbeit sehr zeitaufwendig ist und hohe Kosten verursacht. Die Spracherkennung soll sie erheblich beschleunigen. Teile der Software, mit der Zeugenaussagen auf Englisch verarbeitet werden können, existieren bereits. Diese wird nun für die Erkennung der anderen Sprachen angepasst. (anw)