Mobilfunk-Lobby warnt vor E-Smog-Debatte
Die Debatte um Gesundheitsgefahren durch elektromagnetische Strahlung könnte ausländische Investoren abschrecken, heißt es aus dem Informationszentrum Mobilfunk.
Die Debatte um Gesundheitsgefahren durch Mobilfunksendemasten könnte nach Einschätzung des Informationszentrums Mobilfunk zu einer Bedrohung für den High-Tech-Standort Deutschland werden. Gerade in Bayern seien die Bedenken gegen die Sendemasten enorm, sagte der Geschäftsführer des Informationszentrums Mobilfunk (IZM), Immo von Fallois, in einem dpa-Gespräch in München.
Die Sorgen seien aber unbegründet. Bislang sei durch keine wissenschaftliche Untersuchung nachgewiesen worden, dass die elektromagnetische Strahlung von Mobilfunksendemasten Krankheiten auslösen könnte. Durch die anhaltende öffentliche Diskussion könnten gerade ausländische Investoren vom High-Tech-Standort-Deutschland abgeschreckt werden, warnte Fallois.
"Die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte werden in jedem Fall eingehalten", sagte Fallois. Eine Herabsetzung der Grenzwerte, die von vielen Kritiker gefordert wird, würde die Mobilfunkanbieter nach Ansicht von Fallois stark unter Druck setzen. "Das würde Mehrkosten von vier bis acht Milliarden DM bedeuten", sagte Fallois. Außerdem hätte eine Herabsetzung der Grenzwerte nach Angaben von Fallois zur Folge, dass weit mehr Sendeanlagen errichtet werden müssten, um eine flächendeckende Abdeckung sicher zu stellen. Für den neuen Mobilfunkstandard UMTS müssen nach Angaben von Fallois in Deutschland insgesamt rund 40 000 Sendeanlagen errichtet werden.
Der Lobby-Verein der Mobilfunkunternehmen IZM wurde im Juni in Berlin von T-Mobil (D1), Mannesmann Mobilfunk (D2 Vodafone), E-Plus, Viag Interkom, Mobilcom, der Gruppe G3 und dem BĂĽndelfunknetzbetreiber Dolphin Telecom gegrĂĽndet. (dpa)/ (cp)