US-Kartellbehörde nimmt Hollywood-Studios unter die Lupe

Das US-Justizministerium ĂĽberprĂĽft, ob die Video-on-Demand-Kooperationen mehrerer namhafter Hollywood-Studios gegen geltendes Kartellrecht verstoĂźen.

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  • pmo

Amerikanischen Medienberichten zufolge hat das US-Justizministerium Ermittlungen gegen mehrere Filmkonzerne eingeleitet, weil deren geplante Kooperationen möglicherweise gegen geltendes Kartellrecht verstoßen. Im nächsten Jahr sollten zwei konkurrierende Video-on-demand-Dienste gestartet werden: MovieFly, unterstützt von AOL Time Warner, Sony Pictures Digital Entertainment, Paramount Pictures, Vivendi Universal und Metro-Goldwyn-Mayer, und Movies.com, das von Walt Disney und 20th Century Fox getragen werden soll.

Durch die neuen Video-on-demand-Dienst wollen die Studios natürlich nicht nur versuchen, das Internet als neuen Vertriebsweg zu erobern, sondern auch ihre Rechte an Filmmaterial besser zu vermarkten, das bisher nur allzu häufig per File-Sharing-Dienst in raubkopierter Fassung in findige Haushalte gelangt. Die beteiligten Firmen weisen allerdings darauf hin, dass es sich bei den Ermittlungen um eine reine Routineuntersuchung handele, die den üblichen Gepflogenheiten entspreche. Man sei auch schon freiwillig auf das Justizministerium zugegangen, um eventuelle Einwände im Vorfeld auszuräumen.

In den 80er Jahren haben US-Kartellbehörden bereits einmal ein ähnliches Vorhaben aus Hollywood unterbunden, als der geplante Pay-TV-Sender "Premiere", eine Kooperation von vier großen Filmstudios, wegen Preisabsprachen und der befürchteten dominierenden Marktposition vor Gericht gestoppt wurde. Sowohl die geplanten Preisgefüge wie auch die Frage, ob die Zusammenschlüsse wettbewerbsbehindernd sind, werden Gegenstand der Kartelluntersuchung sein. (pmo) / (em)