Robo-Raubtier jagt Robo-Pflanzenfresser
Mit einem Experiment wollen britische Wissenschaftler überprüfen, ob Roboter ihre Verhaltensmuster evolutionär weiterentwickeln.
Mit einem Experiment wollen britische Wissenschaftler überprüfen, ob Roboter ihre Verhaltensmuster evolutionär weiterentwickeln. In dem Living-Robots-Experiment, das ab 27. März im britischen Magna Science Center gegen Eintritt live zu besichtigen ist, gibt es zwei Gruppen von Robotern: Raubtiere und Pflanzenfresser. Die Pflanzenfresser beziehen ihre Energie aus Solarzellen -- sie können an der Decke einer 95 × 20 × 9 Meter großen Arena angebrachte Scheinwerfer orten und darunter "grasen". Die Raubtier-Roboter wiederum können die Pflanzenfresser orten und ihnen die Energie abzapfen.
Gesteuert werden die Roboter von simulierten neuronalen Netzen -- ihre Verhaltensweisen sind in Software-Genen festgelegt. Nach einer bestimmten Zeit spielen die überlebenden Roboter diese Software-Gene in einen Pool ein, in dem dann neu gemischt und mutiert wird. Wissenschaftlich begleitet wird das Experiment von Professor Noel Sharkey, der unter anderem an Bio-Robotern und evolutionären Algorithmen forscht. Sharkey ist überzeugt, dass sich nach einiger Zeit typische Verhaltensmuster herausbilden, wie sie aus der Biologie bekannt sind: Die Fleischfresser schließen sich zu Rudeln zusammen und die Pflanzenfresser zu Herden. Bisher sind solche Experimente nur in simulierten Umgebungen gemacht worden.
Sie auch Telepolis: Roboterjagd, Britische Wissenschaftler inszenieren ein öffentliches Evolutionsexperiment (wst)