Computer-Pionier macht Druck für Stammzellenforschung

Jim Clark, Gründer von Silicon Graphics und Netscape, will die Liberalisierung der Stammzellenforschung durch das Zurückhalten einer angekündigten Spende vorantreiben.

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Von
  • Christian Kruggel

Jim Clark, Gründer von Silicon Graphics und Netscape, macht Druck für eine Liberalisierung der Stammzellenforschung in den USA: In einem Artikel in der New York Times kündigt Clark an, er werde 60 von den 150 Millionen Dollar, die er für die Einrichtung eines Genforschungsloabors in Stanford spenden wollte, zurückhalten. Die Auszahlung der Restsumme wolle er davon abhängig machen, wie die Debatte um die Stammzellenforschung sich weiterentwickelt. Clark greift namentlich den US-Präsidenten Bush für dessen Einschränkung der Stammzellenforschung an.

In seinem Artikel argumentiert Clark, Bushs Ankündigung Forschungsgelder nur für wenige Projekte zu bewilligen, behindere eine junge Wissenschaft mit ungeahnten Möglichkeite. Clark sieht nur eine einzige Gefahr im Zusammenhang mit der Stammzellenforschung – dass die USA ihre weltweit führende Position in einer Wissenschaft verlieren, die er als eine der Schlüsseltechnologien für die Wirtschaft der Zukunft hält.

Clark, der schon andere Bildungseinrichtungen mit seinen Spenden unterstützte, gehört zu den Amerikanern, die durch den Boom der Informationstechnologie schnell reich geworden sind und nun einen kleinen Teil ihres Reichtums durch Spenden wieder abgeben. Auf ethische Bedenken in der Stammzellendebatte geht der Computerpionier nicht ein; nach Clarks Auffassung haben die USA im Bereich der Informationstechnologie ihre Führungsrolle nur durch wissenschaftliche Innovation errungen. Man dürfe also die Wissenschaft nicht einschränken, wenn man weiter den Ton in der Weltwirtschaft angeben wolle. (chk)