Sozialdemokraten verurteilen Microsoft-Äußerungen
Der Virtuelle Ortsverein der SPD antwortet dem Geschäftsführer von Microsoft Deutschland mit sehr klaren Worten.
In einer Presseerklärung hat der Virtuelle Ortsverein der SPD (VOV) die Äußerungen des Deutschland-Geschäftsführers von Microsoft, Kurt Sibold, zur Diskussion um die Einführung freier Software im Deutschen Bundestag scharf verurteilt. "Die Äußerungen haben den Rahmen einer sachlichen Kritik weit hinter sich gelassen. Bösartige Propaganda darf keine erfolgreiche Verkaufsstrategie sein", heißt es in der Erklärung.
Sibold hatte zuvor in einem offenen Brief den Erstunterzeichnern einer öffentlichen Petition vorgeworfen, dass sie "einen Staat, der nicht Linux einsetzt, für undemokratisch oder zumindest für nicht pflichtbewusst halten". Er beschwerte sich über eine öffentliche Diskriminierung seiner Produkte und Dienstleistungen als undemokratisch und als Demokratie behindernd.
Für die Sozialdemokraten mutet es dagegen etwas seltsam an, dass sich gerade Microsoft auf die Vielfalt der Demokratie beruft, obwohl das Unternehmen die Vielfalt im Softwaremarkt in den vergangenen zwei Dekaden immer wieder bewusst zerstört habe. Der VOV, nach eigenen Angaben ein Zusammenschluss von Menschen, die der SPD angehören oder ihr nahe stehen, betont die Bedeutung der Sicherheit bei Open-Source-Produkten. Bei Microsoft-Produkten könne dagegen nicht sichergestellt werden, ob nicht Microsoft oder amerikanische Behörden unbefugterweise Daten des Deutschen Bundestages lesen. (mw)