Oracle-Chef Larry Ellison im Zwielicht

Anleger fühlen sich getäuscht: Oracle-Manager Ellison soll die Lage seines Unternehmens zu rosig gemalt haben, um eigene Stock-Options besser absetzen zu können.

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Von
  • Michael Kurzidim

Oracle-Chef Lawrence J. Ellison und andere Oracle-Manager sehen sich VorwĂĽrfen von Anlegern ausgesetzt, Anfang des Jahres die Aussichten des Unternehmens in zu rosigen Farben gemalt und dabei selbst Aktien und Stock-Options verkauft zu haben.

In der Tat verfiel Ellison im Januar dieses Jahres in hektische Aktivität: Vom 22. bis zum 31. Januar veräußerte der Oracle-Chef gut 57 Millionen Aktien und Optionen im Wert von rund 1,6 Milliarden US-Dollar – ein hübsches Sümmchen. In den zehn Monaten davor – von März bis Dezember 2000 – hatte der Top-Manager und viertreichste Mann der Welt nur rund 2,1 Millionen Papierchen verscherbelt, und dabei sind die sogenannten indirekten Aktien zum Beispiel von Familienmitgliedern schon mit berücksichtigt.

Ein merkwürdiges Zusammentreffen scheint den Vorwurf der Anleger zu erhärten. Am 21. Januar 2001, also kurz vor der Zeit des großen Aktien-Ausverkaufs des Larry Ellison, titelte Oracle Deutschland noch optimistisch: "Weiterhin steigende Nachfrage nach Data-Warehouse-Lösungen von Oracle". Das dürfte wohl eine für viele Aktieninhaber folgenschwere Fehleinschätzung gewesen sein, wie sich bereits einige Tage später herausstellte. Innerhalb weniger Wochen fiel der Kurs der Oracle-Aktie von knapp 33 auf rund 15 US-Dollar. Da hatte der Oracle-CEO aber bereits seine Schäfchen im Trockenen; für viele Aktionäre dagegen war es zu spät. Zur Zeit dümpelt das Oracle-Papier bei 12,4 Dollar. (ku)