"Tiefenwirksamer" Bildsensor fĂĽr Digitalkameras

Der Digitalfoto-Spezialist Foveon will die Digitalfotografie revolutionieren: Der X3-Bildsensor kommt ohne qualitätsmindernde Interpolation aus und stellt praktisch drei CCDs auf einem Chip dar.

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Von
  • Carsten Meyer

Eine Erfindung von Dr. Carver Mead, einem Mikroprozessor-Pionier der ersten Stunde, könnte die Digitalfotografie revolutionieren. Mead entwickelte bei Foveon (einem Spezialisten für professionelle Digitalkameras, CCD-Kamera-Rückenteile und höchstauflösende CCDs) einen Halbleiter-Bildaufnehmer, der ohne verlustbehaftete Farbmatrix und damit ohne bildverfälschende Interpolation auskommt.

Bislang geht durch die herkömmliche Bayer-Farbmatrix, die Single-Chip-CCD-Kameras erst das farbige Sehen ermöglicht, ein erheblicher Teil der für die Bildschärfe entscheidenden Helligkeitsinformationen verloren. Eine möglichst geschickte Software-Interpolation muss die fehlenden Helligkeitswerte "nachempfinden", was prinzipiell nicht ohne Schärfe- und Detailverlust vonstatten gehen kann. Daher liefert beispielsweise eine 5-Megapixel-Digitalkamera nur rund 3 Millionen "echte", randscharfe Farbtripel -- eine Erfahrung, die jeder anspruchsvolle Digitalfotograf schon einmal gemacht hat.

Foveons "X3"-Sensor macht sich die Tatsache zunutze, dass Licht je nach Wellenlänge unterschiedlich tief ins Silizium-Substrat eindringt, und ordnet die Sensoren für die drei Grundfarben unter- und nicht nebeneinander an -- praktisch eine 3-Chip-CCD-Lösung auf einem Substrat (siehe Bild). Gefertigt wird Foveons X3-Chip 7-35X3-A25B bereits in Serienstückzahlen bei National Semiconductor. Der in 0,18-Mikron-CMOS-Technologie aufgebaute Sensor weist eine nicht interpolierte Auflösung von 2268 × 1512 Bildpunkten (3,4 Megapixel) auf und soll im Auflösungsvermögen einem 5-Megapixel-CCD entsprechen.

Objektiv- und Kamera-Hersteller Sigma will als erstes Endanwender-Produkt mit dem X3-Sensor die Spiegelreflexkamera SD9 (Bild oben rechts) auf den Markt bringen. Die auf dem Spiegelreflexgehäuse SA9 basierende Kamera wird auf der PMA in Orlando (Florida) am 24. Februar vorgestellt und soll weniger als 4000 EUR kosten. (cm)