Westliches Fernsehen fĂĽr China bald offiziell
AOL Time Warner und News Corp. stehen in Verhandlungen mit Peking, um je einen Kanal in der sĂĽdlichen Provinz Guangdong zu erhalten.
Die staatlich kontrollierten Medien in China öffnen nun langsam ihre Türen für westliche Programme. Wie das Wall Street Journal schreibt, stehen ausgerechnet AOL Time Warner und News Corp. in Verhandlungen mit Peking. Die Regierung sieht eine Ausweitung des Mediensektors anscheinend als unvermeidbar an und beeilt sich daher, wenigstens das Wachstum unter Kontrolle zu halten.
Schon lange hatten die beiden Medienkonzerne in China einen Fuß in der Tür. Die News Corporation besitzt zum Beispiel 37,6 Prozent des von Hongkong aus operierenden Satellitensenders Phoenix, dessen Signal auch in die Kabelstationen gespeist wird und von der Hälfte aller verkabelten Chinesen empfangen werden kann. Auch AOL Time Warner hält mehrheitliche Anteile der "China Entertainment Television", die rund um die Uhr in Mandarin senden. Beide hatten bisher immer wieder mit Problemen zu kämpfen, da es im Land der Mitte eigentlich illegal ist, ausländische Fernsehprogramme zu sehen. Der neue Deal würde endlich die Medienmachenschaften legalisieren und so die erwünschte Sicherheit für Investoren schaffen.
Die Verhandlungen drehen sich derzeit erst einmal um die Provinz Guangdong, die an Hongkong grenzt, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Kreise. Dort dürfen die Westkonzerne dann je einen Kanal betreiben, wenn alles nach Plan geht. Im Gegenzug sollen sie Sendungen des staatlichen chinesischen Fernsehens in andere Märkte bringen. (cgl)