Der "menschenähnlichste" Chatbot

ALICE punktet beim "Loebner Prize" 2001.

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Von
  • Florian Rötzer

Der Loebner Prize ist eine vereinfachende Variante des Turing-Tests. Seit der amerikanische Soziologe Hugh Gene Loebner ihn vor elf Jahren ins Leben rief, treffen sich alljährlich Chatbot-Gurus aus aller Welt, um ihre Konversations-Maschinen gegen eine menschliche Jury antreten zu lassen. Damit die Maschine eine faire Chance hat, sind die Gesprächspartner nur per Datenleitung miteinander verbunden. Am vergangenen Samstag traten im Science Museum in London insgesamt acht Teams gegeneinander an, und wie im letzten Jahr heißt der "menschenähnlichste Chatbot" ALICE (Artificial Linguistic Internet Computer Entity), entwickelt von Richard S. Wallace.

Eine Silbermedaille und 25.000 US-Dollar gibt es für jenes Programm, das den schriftlichen Turing-Test besteht. Die Goldmedaille und 100.000 US-Dollar sind fällig, sobald ein Programm beim Turing-Test auch mit audiovisuellem Input klar kommt. Bislang allerdings gab es nur Trostpreise in Form einer Bronzemedaille und 2.000 US-Dollar für das "menschenähnlichste" Programm.

Besonders beliebt beim diesjährigen Loebner-Wettbewerb waren nicht nur die üblichen Fragen nach Kinderliedern, Lieblingsautos, der aktuellen Wetterlage und der persönlichen Befindlichkeit, sondern auch zu den Terror-Anschlägen in den USA am 11. September – doch keiner der Bots hatte dazu eine Meinung, vielmehr wechselten sie allesamt schnell das Thema.

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