Microsoft, nicht Apple, soll an die ZĂĽrcher Schulen

Eine ZĂĽrcher Expertengruppe kritisiert die Entscheidung der Stadt, die Schulen mit Windows-Rechnern auszurĂĽsten.

vorlesen Druckansicht 388 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Auch in der Schweiz gibt es Streit um das optimale Betriebssystem. In Zürich ist das städtische Programm "Kits für Kids" ins Gerede gekommen, berichtet die Neue Zürcher Zeitung. Eine Expertengruppe meint, das Computer-Beschaffungsprogramm weise gravierende Mängel auf. Schon zu Beginn des Projekts habe sich die Stadt für Windows als Betriebssystem entschieden. Solche Detailentscheidungen würden aber normalerweise erst zum Ende der Evaluationsphase getroffen.

Einer der Kritiker ist Assistenzprofessor Thomas Stricker. Nach seiner Meinung sei die Entscheidung fatal gewesen, dass das Projekt von der städtischen Organisation und Informatik (OIZ) unterhalten werden soll. Die OIZ arbeite mit der Windows-Intel-Plattform. Viele bereits an den Schulen vorhandene Apple-Rechner sollen daher ausgemustert werden. Dabei sei, so Stricker, Apple kein Nischenprodukt, sondern in den US-amerikanischen Grundschulen Marktführer.

Markus Häfliger, Gesamtprojektleiter von "Kits für Kids", weist die Vorwürfe zurück. Ein solch großes Projekt müsse zentral geleitet werden, zumal die Lehrer entlastet werden sollen. Diese hatten ihre Systeme bisher in Eigenregie unterhalten. Die Entscheidung für Windows sei aus Kostengründen gefallen, zumal das Betriebssystem bereits in der Verwaltung im Einsatz sei. Außerdem bezweifelt Häfliger, dass für den Aufbau eines Apple-Supports für die Schulen genügend qualifizierte Arbeitskräfte zu finden seien.

In den kommenden vier Jahren sollen 22.000 Schülern 4400 Computer mit Internetzugang zur Verfügung gestellt werden. Die Beschaffungskosten sollen rund 27,1 Millionen Franken (18,4 Millionen Euro) betragen, der jährliche Unterhalt 9,2 Millionen Franken (6,3 Millionen Euro) kosten. IT-Berater Robert Weiss schätzt dagegen für die Anschaffung von Apple-Computern Kosten von 25 Millionen Franken (17 Millionen Euro), für den jährlichen Unterhalt 7,8 Millionen Franken (5,3 Millionen Euro). (anw)