Softwareunternehmen Heyde verdoppelt Verlust
Als Konsequenz fĂĽr das schlechte Ergebnis trat der Vorstandsvorsitzende Dirk Wittenborg zurĂĽck.
Das Software- und Beratungsunternehmen Heyde hat 2001 seine Verluste verdoppelt. Der Fehlbetrag vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITA) erhöhte sich auf knapp 50 Millionen Euro nach 24,2 Millionen Euro im Jahr 2000. Das teilte das Unternehmen aus Bad Nauheim am heutigen Dienstag mit. Der Umsatz erhöhte sich um 5 Millionen Euro auf 120 Millionen Euro. Gleichzeitig reduzierte Heyde die Umsatzerwartungen für das laufende Jahr um bis zu ein Fünftel auf unter 100 Millionen Euro.
Als Konsequenz für das schlechte Ergebnis trat der Vorstandsvorsitzende Dirk Wittenborg zurück. Bereits vor einem Jahr geriet Heyde durch Probleme im Management und durch zu starkes Wachstum ins Kreuzfeuer der Analysten. Die Sanierungsmaßnahmen des vergangenen Jahres hätten nicht den erhofften Erfolg gezeigt, begründete Wittenborg seinen Rücktritt. Der Aufsichtsrat ernannte daraufhin den bisherigen Finanzvorstand Axel Buchholz zum neuen Unternehmenschef. Die Börse quittierte die Nachrichten mit Kursabschlägen von über 25 Prozent.
Im vierten Quartal erzielte Heyde einen Umsatz von 25 Millionen Euro gegenüber 29,4 Millionen Euro im Quartal zuvor. Das EBITA betrug minus 6,5 Millionen Euro. Im dritten Quartal 2001 war das Minus um 1 Million Euro höher ausgefallen. Das Ergebnis sei beeinflusst durch den negativen Beitrag der spanischen Heyde-Gesellschaft in Höhe von minus 2,7 Millionen Euro, heißt es in einer Mitteilung. Das dortige Management wurde Ende November 2001 abgelöst und ein Restrukturierungsprogramm eingeleitet.
Das Unternehmen kündigte neue Umbaumaßnahmen an: Heyde will sich auf weniger Geschäftsfelder konzentrieren, die lukrativer erscheinen, und die Kosten für Infrastruktur massiv reduzieren. Sparen ließe sich beispielsweise bei den Mietkosten, sagte ein Sprecher. Die Mitarbeiter in Bad Nauheim, die bislang auf mehrere Standorte verteilt waren, sollen in ein gemeinsames Gebäude ziehen. Die Umbaupläne würden von den Hausbanken unterstützt, teilte die verschuldete Gesellschaft mit. Genauere Zahlen sollen am 19. März bekannt gegeben werden. (anw)