RIPE löscht de-Datensätze

Am 21./22. September löscht die Nummervergabestelle RIPE in Amsterdam die bislang bei ihr gespeicherten Personen- und Kontaktdaten zu de-Domains.

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Von
  • Monika Ermert

Am 21./22. September löscht die Nummervergabestelle RIPE in Amsterdam die bislang bei ihr gespeicherten Personen- und Kontaktdaten zu de-Domains. Danach liegt die Pflege der so genannten Whois-Daten allein in der Verantwortung der Registrierstelle für de-Domains, der Denic eG. Mehrfach war der endgültige Übergang verschoben worden, weil die Denic den Aufbau einer eigenen Handleverwaltung nicht schnell genug vorantreiben konnte und Einzelheiten der Migration unter de-Anbietern heftig umstritten waren.

Kritisch beurteilten vor allem kleinere Provider und solche, die nicht Denic-Mitglieder sind, die Form der neuen Handles, die mit Blick auf deutsche Datenschutzbestimmungen nur noch eingeschränkte Datensätze liefert. Vor allem gegen die Löschung der Telefonnummern von Administratoren und technischen Ansprechpartnern liefen die Provider Sturm. Die Denic hat darauf mit Nachbesserungen reagiert.

Für viel Aufruhr hat daneben auch gesorgt, dass die Denic nur noch Mitgliedern die direkte Pflege der Daten gestattet. Nicht-Mitglieder müssen hoffen, über ihren Denic-Reseller Zugriff zu erhalten. Kritiker sehen dies typisch für die "Zweiklassengesellschaft" von Denic-Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern. Wie viele der Denic-Mitglieder ihren Mitglieder eigene Maintainer anbieten, ist unklar.

Beim RIPE dagegen will man die lästigen Daten unbedingt loswerden. Grund dafür waren neben dem Aufwand vor allem auch strengere Datenschutzgesetze. Eine ganze Reihe von Ländern haben inwischen ihre Whois-Daten übernommen, etwa Norwegen.

Domaininhaber, die ihren Eintrag behalten wollen, müssen nun ihre Datensätze mit dem tag "RIPE-NCC-PN-NONE-MNT" versehen. Am 21./22. September geht die große Löschaktion für rund drei Millionen Whois-Einträge über die Bühne. Vorsichtshalber kündigte die Organisation dafür schon einmal einen Stopp für Updates für mindestens einen Tag an. ( Monika Ermert) / (wst)