ProSieben fusioniert mit KirchMedia

Medienmogul Leo Kirch bringt sein Kerngeschäft durch eine Fusion mit dem ProSieben-Konzern an die Börse.

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  • dpa

Medienmogul Leo Kirch bringt sein Kerngeschäft durch eine Fusion mit dem ProSieben-Konzern im kommenden Jahr an die Börse. ProSieben wird dazu mit der Muttergesellschaft KirchMedia verschmolzen. Damit entsteht einer der größten Medienkonzerne in Europa. Chef des neuen Unternehmens mit einem Jahresumsatz von etwa sieben Milliarden DM wird Kirch-Vize Dieter Hahn. Der ProSieben-Vorstandsvorsitzende Urs Rohner soll im Vorstand für den Bereich Fernsehen zuständig sein.

Wenn der Beschluss wie geplant bis spätestens Ende Juni 2002 umgesetzt wird, wird es die derzeit im MDAX notierte ProSiebenSAT.1- Aktie nicht mehr geben. Stattdessen soll die neue KirchMedia an der Börse gelistet werden. In diesem Wert soll die ProSieben-Aktie aufgehen. Die Aufsichtsgremien der beiden Unternehmen müssen der Fusion formal noch zustimmen.

Die Verschmelzung straffe die Strukturen und stärke die Finanzkraft für ein nachhaltiges Wachstum, erklärte ProSieben. Mit der Umsetzung des Vorhabens werde sofort begonnen. Die Börse hatte am Donnerstag mit einem Kurssturz der ProSieben-Aktie auf die Spekulationen über den Zusammenschluss reagiert. "Es gab Unsicherheit wegen der Gerüchte", sagte ein ProSieben-Sprecher. ProSieben und Kirch müssten die Konstruktion nun in den nächsten Wochen erklären. Der neue Konzern werde sehr gut aufgestellt sein und die Wertschöpfungskette optimal genutzt.

KirchMedia ist mit Free TV, Rechtehandel und Produktion die profitable Kerngesellschaft der Mediengruppe von Leo Kirch. Außenstehenden Gesellschaftern wie Silvio Berlusconi und Rupert Murdoch war ein Börsengang der KirchMedia bis spätestens 2003 versprochen worden. (dpa)/ (cp)