Kläger wollen weit reichende Auflagen für Microsoft

Nach der Entscheidung des US-Justizministeriums, im Anti-Trust-Prozess nicht mehr auf einer Zerschlagung des Software-Konzerns zu beharren, fordern die Kläger jetzt scharfe Auflagen für Microsoft.

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Von
  • Wolfgang Stieler

Nach der Entscheidung des US-Justizministeriums, im Anti-Trust-Prozess nicht mehr auf einer Zerschlagung des Software-Konzerns zu beharren, fordern die Kläger jetzt scharfe Auflagen für Microsoft. Das US-Justizministerium will so schnell wie möglich Auflagen durchsetzen, die sich an von Richter Thomas Penfield Jackson vorgeschlagenen vorläufigen Maßnahmen orientieren: Demnach soll Microsoft dazu verdonnert werden, Teile des Quellcodes für Windows offen zu legen. Weiterhin dürfe Microsoft seine Betriebssysteme an verschiedene PC-Hersteller nur noch zu einheitlichen Bedingungen lizenzieren, Microsoft müsse die Gestaltung der Windows-Arbeitsoberfläche durch PC-Hersteller zulassen und dürfe PC-Hersteller nicht für die Verwendung von Konkurrenzprodukten abstrafen. Darüber hinaus will das Justizministerium sich aber auch Zeit nehmen, um zu prüfen, ob die Veränderungen im Computermarkt seit der Urteilsverkündung weitere Auflagen nötig machen würden.

Beobachter werten die überraschende Wende im Prozessgeschehen als Anzeichen für eine mögliche außergerichtliche Einigung – schließlich hätte das Justizministerium seine Sicht der Dinge ja auch in dem bevorstehenden Gerichtstermin äußern können. Auch die Zustimmung der 18 US-Bundesstaaten zum Strategiewechsel, die ebenfalls als Kläger auftreten, scheint sicher: Der Justizminister von Iowa, Tom Miller, erklärte, die US-Bundesstaaten stünden hinter der Entscheidung des Justizministeriums, könnten aber durchaus auch noch schärfere Auflagen als das Justizministerium fordern. (wst)