Freenet vor der Übernahme von Mobilcoms Festnetz-Sparte

Das Hamburger Internet-Unternehmen freenet will in Kürze die Festnetz-Sparte des Mutterunternehmens Mobilcom übernehmen.

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Von
  • Jürgen Kuri

Das Hamburger Internet-Unternehmen freenet will in Kürze die Festnetz-Sparte des Mutterunternehmens Mobilcom übernehmen. Bereits Mitte Januar waren erste Informationen über die geplante Transaktion bekannt geworden, nun bestätigte Vorstandschef Eckhard Spoerr das Vorhaben: "Wir denken, dass wir in wenigen Wochen zum Abschluss kommen werden." freenet wolle für die Übernahme aber kein Geld zahlen, sondern plane eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage. Derzeit hält Mobilcom an freenet.de rund 75 Prozent; dieser Anteil würde sich laut Spoerr im Falle einer Übernahme vorübergehend erhöhen.

Nach einer Übernahme rechnet Spoerr mit einem Umsatzvolumen von rund 500 Millionen Euro. Damit wäre freenet nach der Deutschen Telekom und der Vodafone-Tochter Arcor der drittgrößte Anbieter von Telefon- und Datendiensten in Deutschland. Eine Übernahme macht nach Spoerrs Worten "extrem viel Sinn". "Wir wären dann komplett eigenständig", sagte Spoerr bei der Bilanz-Pressekonferenz. Während Mobilcom sich auf das Mobilfunkgeschäft konzentrieren könnte, würde freenet.de die bereits genutzte Infrastruktur kontrollieren. Bei der Unternehmensbewertung müsse berücksichtigt werden, dass die Kunden von freenet bereits zwei Drittel der von Mobilcom verkauften Festnetzverbindungen nutzten. Die Vorstellungen über die Bewertung lägen aber "nah beieinander", auch wenn er ein Scheitern der Verhandlungen nicht ausschließen könne, sagte Spoerr.

freenet will im vierten Quartal 2002 Gewinn schreiben. Dazu sollen vor allem die Bereiche Spiele, Anwendungen und Erotik beitragen. Aber auch die gestiegenen Margen bei den Internet- Gebühren und die wieder wachsenden Werbeeinnahmen seien Anlass für einen optimistischen Ausblick, sagte Spoerr. "Ziel ist außerdem ganz klar, in den Nemax 50 zu kommen." Allerdings verfehlte das Unternehmen sein Ziel, bereits 2001 die Verlustzone zu verlassen. Grund für das Minus seien vor allem höhere Personalkosten und der schwache Werbemarkt, hieß es. (jk)