Zockt Bobby Fischer im Internet?
Der britische Schach-GroĂźmeister Nigel Short ist sich sicher, dass er im Internet gegen Bobby Fischer verloren hat.
Nach einem Bericht der britischen Zeitung Sunday Telegraph spielt Schachlegende Robert "Bobby" Fischer im Internet Chess Club (ICC) 3-Minuten-Blitzpartien. In einem Interview sagt der ehemalige Kasparow-Herausforderer Nigel Short, er habe alle acht gespielten Partien verloren.
Short, der den seit 29 Jahren nur einmal in Erscheinung getretenen Fischer trotz seiner 58 Jahre für einen stärkeren Blitzspieler als Kasparow hält, hat angeblich im Chat mit seinem mysteriösen Gegner deutliche Hinweise auf dessen Identität erhalten. In der Eröffnung habe sein unsichtbarer Opponent höchst ungewöhnliche, wenn nicht total absurde Züge gespielt, danach seien aber außergewöhnlich starke Züge gefolgt. "Ich bin zu 99 Prozent sicher, dass es Fischer war", gab Short dem Blatt zu Protokoll.
Fischer, der nach dem Gewinn der Schach-Weltmeisterschaft 1972 nur 1992 ein Match gegen den zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr zur Weltspitze gehörenden Ex-Weltmeister Spasski spielte, lebt in äußerster Zurückgezogenheit. Von Zeit zu Zeit sorgt die Exhumierung seiner Legende für kleine Schlagzeilen in der Presse. Dem Amerikaner, der in der Vergangenheit mit gelegentlichen antijüdischen Tiraden und Verschwörungstheorien von sich reden machte, ist die Rückkehr in die USA verwehrt, weil er 1992 im boykottierten Jugoslawien spielte. (lab)