Bundesregierung dementiert Spekulationen über AOL-Flatrate

Die Bundesregierung hat Spekulationen von Spiegel Online dementiert, nach denen es einen Zusammenhang zwischen wohlwollenden Kanzler-Äußerungen über Internet-Flatrates und dem Sponsoring einer Feier durch AOL geben soll.

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Von
  • Wolfgang Stieler

Die Bundesregierung hat Spekulationen von Spiegel Online dementiert, nach denen es einen Zusammenhang zwischen wohlwollenden Kanzler-Äußerungen über Internet-Flatrates und dem Sponsoring einer Feier durch AOL geben soll.

Vor einer Woche, am Tag der offenen Tür des Bundeskanzleramts, hatte Gerhard Schröder dem Online-Dienst AOL ein Interview gegeben, in dem er Internet-Flatrates als "gute Sache" bezeichnet hatte. Bei einem anschließenden Empfang soll sich der Bundeskanzler auch dazu bereit erklärt haben, in Sachen Flatrate bei Telekom-Chef Ron Sommer anzurufen. Spiegel Online hatte berichtet, dass die AOL-freundlichen Äußerungen des Kanzlers dadurch einen "unangenehmen Beigeschmack" erhielten, dass AOL die Rahmenfeier mit 500.000 Mark gesponsert haben soll.

Ein Sprecher der Bundesregierung dementierte gegenüber heise online einen Zusammenhang zwischen dem AOL-Interview und dem AOL-Sponsoring. Zwar habe AOL tatsächlich die Feier zum Tag der offenen Tür im Kanzleramt gesponsert – über die Höhe der Summe konnte der Sprecher allerdings keine Auskunft geben – aber einen Zusammenhang mit dem Interview des Kanzlers könne er nicht erkennen. Wer das Interview objektiv lese, könne einen solchen Zusammenhang auch nicht herstellen. Der Kanzler habe "das gesagt, was er schon öfter zu dem Thema gesagt hat".

Tatsächlich hatte die Online-Redaktion des Hamburger Nachrichtenmagazins unterschlagen, dass Schröder sich nicht uneingeschränkt auf AOLs Seite gestellt hatte. Im Interview differenzierte er die eingangs zitierten Aussagen durch die Feststellung, es ginge hier um wirtschaftliche Fragen zwischen zwei Unternehmen mit unterschiedlichen Interessen, wobei die Bundesregierung durch ihre Beteiligung an der Telekom zwischen den Fronten stehe. (wst)