Norwegischer Telecom-Konzern Telenor mit Rekordgewinn

Vor allem wegen wegen hoher Erträge aus dem Verkauf von Beteiligungen konnte Telenor zulegen; so trennten sich die Norweger etwa von Nextra in Deutschland.

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Von
  • JĂĽrgen Kuri

Es gibt auch noch gute Nachrichten bei den Telecom-Konzernen in Europa -- auch wenn man beim genaueren Hinsehen doch wieder leichte Bauchschmerzen wegen der vorgelegten Geschäftszahlen bekommt: Der norwegische Telekommunikationskonzern Telenor hat das vergangene Jahr mit einem Rekordgewinn abgeschlossen -- allerdings vor allem dank hoher Erträge aus dem Verkauf von Beteiligungen an anderen Unternehmen. Das Vorsteuerergebnis verfünffachte sich auf 10,25 Milliarden Norwegische Kronen (1,3 Milliarden Euro). Der Umsatz stieg bereinigt um Kapitalerträge um elf Prozent auf 46 Milliarden Kronen (5,9 Milliarden Euro).

Nicht so schön sehen die Zahlen dann auch gleich aus, wenn man die Sondereinnahmen aus Investmenterlösen herausrechnet: Der operative Gewinn ging bei Telenor um 12,4 Prozent auf 3,2 Milliarden Kronen (411 Millionen Euro) zurück. Mit dem Verkauf von Anteilen an anderen Unternehmen, unter anderem an der deutschen Viag Interkom nahm Telenor vor Steuern 26,4 Milliarden Kronen (3,4 Milliarden Euro) ein. Im November zog die Firma beispielsweise auch den Stecker bei der deutschen Tochterfirma Nextra und verkaufte sie im Dezember für fünf Millionen Euro an Tiscali. Außerdem fielen Firmenwertabschreibungen von 16 Milliarden Kronen (2,1 Milliarden Euro) an. Investitionen von 18,8 Milliarden Kronen (2,4 Milliarden Euro) gingen unter anderem in den Erwerb von Mobilfunk-Anbietern in Ungarn und Malaysia.

Telenor hatte im vergangenen Jahr bereits heftig auf die Branchenflaute, dem schon Norwegens zweitgrößter Telecom-Konzern Enitel zum Opfer fiel, reagiert: Stellenabbau, Einstellungsstopp und die Kürzung von Reiseausgaben sollen zu massiven Kostensenkungen führen. Bis 2004 will der norwegische Konzern die jährlichen laufenden Ausgaben um vier Milliarden Kronen (rund 515 Millionen Euro) senken. (jk)