Drei Viertel der Schweizer haben nichts gegen verstärkte Überwachung

Nach einer Umfrage fühlt sich die Mehrheit der Schweizer dennoch nicht mehr gefährdet als vor dem "schwarzen Herbst".

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Von
  • Florian Rötzer

Die Schweizer haben nichts gegen die Überwachung öffentlicher Räume mit Videokameras. Bei einer Umfrage, die Mitte Dezember im Auftrag des Zürcher Tages-Anzeigers durchgeführt wurde, befürwortet eine deutliche Mehrheit der Befragten schärfere Sicherheitsmaßnahmen. Fast drei viertel sprechen sich für mehr Überwachungskameras in Flughäfen, Bahnhöfen oder öffentlichen Plätzen als angemessenes Mittel aus, um mehr Sicherheit zu erreichen. Gleichzeitig entspricht dies offenbar nicht einer größeren Angst nach dem "schwarzen Herbst" (11. September, Brand im Gotthard Tunnel, Amoklauf im Zuger Kantonsparlament, Grounding der Swissair), denn 51 Prozent der Befragten erscheint "alles wie vorher". Für 42 Prozent hat sich alles nur ein bisschen verändert.

Knapp die Hälfte hält überdies die polizeiliche Registrierung bestimmter Bevölkerungsgruppen für angemessen. Die Befürchtung, wonach staatliche Überwachung zunehmen könnte, ist für diesen Anteil der Befragten kein Grund zur Besorgnis. 54 Prozent sind auch für eine größere Kontrolle des Internet.

Die Ergebnisse der Umfrage können für die Betreiber von (Kamera-)Überwachungsprojekten als Bestätigung verstanden werden. Dazu gehören beispielsweise die Schweizerischen Bundesbahnen SBB . Seit April 2001 findet auf der Strecke Genf-Lausanne ein Pilotversuch mit kameraüberwachten Zugabteilen statt. Im Wageninneren zeichnen 24 Kameras pro Sekunde 12 Bilder auf, die Frequenz kann aufs Doppelte erhöht werden, wenn ein Fahrgast einen Alarm auslöst. Laut SBB wurden seit der Installation der Kameras weniger Schäden festgestellt. (Nick Lüthi)

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