Das Auto versteht Zeichensprache

Ein britisches Forscherteam nutzt die Technik der Gesten-Erkennung dazu, berĂĽhrungsfreie Steuerungen fĂĽr die Bordelektronik von Autos zu bauen.

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  • Karsten Violka

Ein britisches Forscherteam nutzt die Technik der Gesten-Erkennung dazu, berührungsfreie Steuerungen für die Bordelektronik von Autos zu bauen. Mit Hilfe eines Rechners, der die Handbewegungen des Fahrers analysiert, kann dieser die Heizung oder sein Autoradio bedienen, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin nature in seiner Online-Ausgabe. Die Steuerung arbeitet mit virtuelle Knöpfen, die überhalb des Tachometers eingeblendet werden. Der Fahrer bedient sie durch Bewegungen des Zeigefingers, die von einer Videokamera beobachtet werden.

"Ungefähr fünf Prozent der Autounfälle entstehen, wenn die Leute an den Knöpfen ihres Autos herumfummeln", sagte Stephen McKenna, einer der Konstrukteure des Systems auf dem jährlichen Treffen der Britsh Association for the Advancement of Science. Das von dem Team der Universität Dundee entwickelte Display umfasst zehn Knöpfe und hat die Größe eines Palmtop-Computers. Eine größere Tastenzahl würden das System verwirrender machen, als die Bedienelemente, die ersetzen soll, sagte Stephen McKenna gegenüber nature.

Andere Freihand-Bedienungen für Autos benutzen meist Sprache als Eingabemedium. Ein Vorteil des visuellen Systems ist, dass es sich nicht von Gesprächen mit dem Beifahrer irritieren lässt. McKenna und sein Team arbeiten noch an Problemen mit schnellen Beleuchtungs-Wechseln, die durch nächtlich entgegenkommende Autos hervorgerrufen werden oder bei Tunnelfahrten entstehen.

Die Briten möchten die Technik auch verwenden, um Behinderten die Bedienung eines Rechners zu erleichtern. Außerdem entwickeln sie ein System, das alte Menschen zu Hause unterstützt und das bemerkt, wenn jemand fällt oder nicht so aktiv wie im Normalfall ist. Solche Systeme sind für McKenna keine Überwachungswerkzeuge, denn es wird kein menschlicher Beobachter benötigt; der Computer kann die Daten in Echtzeit analysieren und es müsste kein Material gespeichert werden, äußerte er sich gegenüber nature. (kav)