Keine Kandidaten fĂĽr den E-Commerce-Lehrstuhl

Die Professur wird an der Jenaer Universität möglicherweise gar nicht eingerichtet.

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Der an der Jenaer Universität seit langem geplante Lehrstuhl für elektronischen Handel der Intershop-Stiftung steht auf der Kippe. Derzeit sei offen, ob die dafür vorgesehene Professur noch eingerichtet wird, sagte der Stiftungsvorstand und Intershop-Geschäftsführer Karsten Schneider am Mittwoch. Die beiden Kandidaten für den Posten hätten abgesagt. Schneider bestätigte damit einen Bericht der Thüringischen Landeszeitung.

Das Blatt hatte unter Berufung auf den Universitäts-Rektor Professor Karl-Ulrich Meyn berichtet, der Lehrstuhl werde nicht eingerichtet. Dazu sagte Schneider, eine Entscheidung solle noch in diesem Jahr fallen. Da sich das ganze Berufungsverfahren nun weiter verzögere, überlege man, ob die Stiftung den Studiengang "e-Commerce" in dieser Form noch wolle und ob dafür Bedarf bestehe. Schneider gründete zusammen mit dem Vorstandschef Stephan Schambach und weiteren Mitarbeitern die Stiftung Ende Mai 2000. Mit ihren privaten Mitteln fördern sie Wissenschaft und Bildung sowie soziale Belange.

Erfolgreich engagiert sich die Stiftung bereits an der Jenaer Fachhochschule, wo sie den bundesweit einmaligen Modellstudiengang "Internet Business Engineering" fördert. Seit März studieren die ersten 16 jungen Leute dieses Fach, sagte der Prorektor für Studium und Lehre, Professor Burkhard Schmager. Die Stiftung finanziert das Studium und die damit verbundene Professur über fünf Jahre mit 383.000 Euro. Ursprünglich waren 660.000 Euro vorgesehen. Allerdings wird dafür noch ein Professor gesucht. Die Regelstudienzeit endet nach sechs Semestern mit dem internationalen Abschluss "Bachelor of Science". (anw)