KDE League warnt vor Einigung im Microsoft-Prozess
Sollte der Microsoft-Prozess mit einer auĂźergerichtlichen Einigung enden, brechen nach Meinung der KDE League dĂĽstere Zeiten fĂĽr Windows-Konkurrenten an.
Die KDE League, eine Vereinigung von Entwicklern und IT-Firmen, die sich der Etablierung von KDE als Standard-Desktop auf Linux- und Unix-Rechnern verschrieben hat, befürchtet, dass Microsoft bei einer außergerichtlichen Einigung im schwebenden Kartellprozess seine marktbeherrschende Rolle noch stärker ausnutzen wird als bisher.
In einem Kommentar an Richterin Colleen Kollar-Kotelly warnte der Vorsitzende der KDE League, Andreas Pour, davor, dass sich der Branchenriese aus Redmond im Falle einer Abmachung mit dem US-Justizministerium noch weniger als zuvor an Spielregeln der Wirtschaft halten werde. Pour geht davon aus, dass insbesondere KDE nach einer "verwässerten" Entscheidung ohne Urteil schutzlos der Monopolmacht Microsofts ausgeliefert sein wird, und dass die Redmonder alles daran setzen werden, "den unter Dampf stehenden KDE-Zug mit unlauteren Mitteln zum Entgleisen zu bringen".
Bezeichnend sei, so Pour, dass die US-Regierung alle Gespräche über einen Schutz von KDE schon im Vorfeld abgelehnt habe. KDE, mittlerweile in der Version 3.0beta2 verfügbar, hätte aber gerade in jüngster Zeit bewiesen, dass man auf dem Markt der Betriebssystem-Interfaces der schärfste Konkurrent von Windows-Desktop-Systemen sei. Als Beispiel für den Erfolg von KDE nannte Pour Süd-Korea, wo derzeit 120.000 Regierungsangestellte dabei seien, auf KDE zu migrieren. Auch der Deutsche Bundestag ziehe einen "Umstieg auf Linux und KDE ernsthaft in Erwägung". (pmz)