Der heiße Draht ins französische Finanzamt
In Frankreich hat die Arbeit an einem Online-Steuersystem für die rund 35 Millionen Steuerzahler begonnen. In drei Jahren soll das auf Novells NDS basierende System fertig sein.
Künftig können die rund 35 Millionen Steuerzahler in Frankreich ihre Steuererklärung online abgeben. Innerhalb von drei Jahren will die französische Steuerbehörde Direction General des Impots (DGI) dafür die Bedingungen schaffen. In einem E-Government-Projekt mit einem Auftragsvolumen von insgesamt neun Millionen Euro soll eine verzeichnisbasierte Lösung entstehen, die steuerpflichtigen Privatpersonen und Firmen aber auch den Mitarbeitern der DGI und anderen Steuerbehörden zur Verfügung steht.
Mit dem Aufbau des Online-Steuersystems wurde der Netzwerkbetriebssystem-Hersteller Novell beauftragt. Aus den Software-Komponenten eDirectory, iChain und DirXML soll eine Infrastruktur geschaffen werden, die den hohen Sicherheitsanforderungen eines vollständig online arbeitenden Finanz-Systems Rechnung trägt. Je nach individueller Berechtigung soll der Zugriff zu Teilbereichen der Steuerdaten gewährt werden. In den Novell-Verzeichnisdienst kann dazu auch Überwachungs- und Identifikationssoftware anderer Anbieter eingebunden werden.
Zurzeit gelangen Steuererklärungen auch in Frankreich noch auf dem Postweg ins Finanzamt. Wenn das Projekt abgeschlossen ist, sollen nicht nur die Erklärungen online abgegeben werden können, sondern auch das Zahlen der Steuerschuld oder das Überprüfen von Steuerangaben online erledigt werden können. (dwi)