Internetverbände rufen im Streit um die "vorletzte Meile" nach der EU
Mehrere Internetverbände haben sich bei EU-Kommissar Mario Monti über Wettbewerbsverzerrungen bei Telekommunikations-Mietleitungen beklagt.
Mehrere Internetverbände haben sich gemeinsam bei EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti über gravierende Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der privaten Anbieter bei Telekommunikations-Mietleitungen beklagt. Beteiligt sind der Verband der deutschen Internetwirtschaft, eco, das Electronic Commerce Forum e.V., der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM), die European Competitive Telecommunications Association (ECTA), die European Internet Service Provider Association (EuroISPA) und die International Telecommunications User Group (INTUG).
Der Streit dreht sich um die Verbindungen der Wettbewerber von den eigenen Telefonie- und Datennetzen in die Vermittlungsstellen der ehemals staatlichen Telekommunikationsunternehmen, an die die Endkunden angeschlossen sind, also eine Art "vorletzte Meile". Ebenfalls Streit gibt es um extrem breitbandige Leitungen von den Vermittlungsstellen zu Unternehmen, die über solche Leitungen teilweise mehrere Tausend firmeninterne oder weitervermietete Telefonie- oder Internet-Anschlüsse laufen lassen. Der VATM wirft der Telekom in beiden Fällen vor, die Bereitstellung solcher Leitungen wettbewerbsschädigend zu verzögern: Bis zu neun Monaten Wartezeit seien zu viel. Und "weil die deutsche Regulierungsbehörde bislang keine Lösung des Problems gefunden hat, obwohl sie es bereits seit über einem Jahr kennt, wenden wir uns nun direkt an die EU", sagte der VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner gegenüber heise online. (axv)