Telekom-Netz in Dresden weiter in Betrieb

Trotz des Rekordpegels der Elbe sind die Orts- und Hauptvermittlungsstellen der Telekom in den Überschwemmungsgebieten entlang des Flusses weiterhin in Betrieb.

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Trotz des Rekordpegels der Elbe sind die Orts- und Hauptvermittlungsstellen in Dresden und in den an der Elbe gelegenen Orten weiterhin in Betrieb. Insgesamt 150 Mitarbeiter des firmeninternen Katastrophenschutzes halten die Anlagen am Laufen. In der Hauptvermittlungsstelle (HVS) am Dresdener Postplatz dringt zwar Wasser in das unterste der vier Kellergeschosse ein, dort ist aber nur Heizungstechnik untergebracht. Falls der Strom ausfällt, reicht der Dieselvorrat der Fernvermittlungsstelle noch für zwei Wochen.

Ein in einer Brücke in Aue verlaufendes Fernkabel wurde beschädigt, bei Tharandt kappte das Hochwasser eine weitere Fernleitung. Die Telekom hat dafür bereits Ersatz geschaltet. Telekom-Sprecher Peter Kespohl zu heise online: "Bislang gibt es noch keine Besetztzeichen bei der Anwahl, wir sind zuversichtlich, dass das so bleibt."

Pech haben die Einwohner von Jeßnitz, dort ist die Ortsvermittlungsstelle überschwemmt und komplett ausgefallen, 1400 Anschlüsse sind davon betroffen. Sobald der Ort wieder zugänglich wird, will die Telekom eine mobile Ortsvermittlungsstelle aufbauen, bis die fest installierte Technik wieder betriebsbereit ist. Andere Ausfälle betreffen nur einzelne Häuser oder Straßenzüge. Ursache sind meist überflutete Verteilerkästen oder Hausinstallationen. In Sachsen sind nach Angaben der Telekom derzeit 95.000 Anschlüsse außer Betrieb.

"Unsere Mitarbeiter harren in bedrohten Vermittlungsstellen aus, überwachen die Technik und schleppen auch Sandsäcke, wenn es sein muss. Sie leisten dort rund um die Uhr harte Arbeit", so Kespohl. Insgesamt 3000 Telekom-Mitarbeiter sind in den Hochwassergebieten im Einsatz. Kritisch wird es wohl dann, wenn der Strom in Dresden großflächig ausfällt. Derzeit kämpfen die Retter fieberhaft darum, eine Überflutung des Dresdener Umspannwerkes zu verhindern. Die zentralen Vermittlungsstellen sind zwar mit Notstromdieseln oder Batterien gegen Stromausfälle gesichert, örtliche Verstärker- und Verteileranlagen aber nicht.

Würde das Festnetz großflächig ausfallen, wären auch Mobilfunktelefonate nicht mehr möglich, denn die einzelnen Basisstationen nutzen das Festznetz zur Weitervermittlung. Das sächsische Innenministerium hat dazu aufgerufen, Mobilfunkgespräche auf ein Mindestmaß einzuschränken, um den Rettungskräften ausreichend Gesprächskapazität zur Verfügung zu stellen.

Zu diesem Thema stellt heise online ein Diskussionsforum zur Verfügung. Dort können sich Interessierte und Betroffene über die aktuelle Situation, Anlaufstellen für Hilfsmaßnahmen und mögliche gegenseitige Hilfen austauschen. (uma)