Schneller Internetzugang: zu wenig Service und zu teuer
Dem Marktforschungsunternehmen Jupiter MMXI zufolge behindern hohe Kosten und fehlende Inhalte die Verbreitung von Breitband-Internetzugängen.
Dem Marktforschungsunternehmen Jupiter MMXI zufolge behindern hohe Kosten und fehlende Inhalte die Verbreitung von Breitband-Internetzugängen wie dem stark beworbenen DSL. Nach einer Aussage von Jupiter-Analyst Dan Stevenson auf einer Veranstaltung der dpa-infocom, dem Online-Unternehmen der Deutschen Presseagentur, wird erst 2006 ein Drittel aller europäischen Haushalte über einen schnellen Zugang zum Internet verfügen. Das seien rund 30,5 Millionen Nutzer. Bislang liege die Zahl der Europäer mit Breitbandanschluss bei 3,5 Millionen. In Schweden und Belgien als Spitzenreiter gäbe es in neun Prozent aller Haushalte schnellen Internetzugang, in Deutschland seien es nur zwei Prozent.
Als Begründung für die schleppende Verbreitung führte Stevenson an, der Vorteil gegenüber ISDN- oder Modemzugängen liege zum gegenwärtigen Zeitpunkt hauptsächlich im schnelleren Laden von Webseiten. Der Anwender erwarte, einer Jupiter-Umfrage unter Internetnutzern nach, vor allem Unterhaltungs- und Multimediainhalte wie Musik und Videos. Anfang des Jahres forderte die Vizepräsidentin des Marktforschungsunternehmens Forrester Research anlässlich der Multimedia-Messe Milia in Cannes, die Branche müsse sich auf die Interessen der jungen Internet-nutzer einstellen und erwähnte in diesem Zusammenhang vor allem Datentauschdienste. Auch Stevenson erwartet eine Zunahme von Tauschbörsen etwa für Fotos, Musik und Videofilmen. Ohne einen Breitbandzugang rechne er aber mit mit keiner hohen Bereitschaft, für Inhalte aus dem Netz zu zahlen. (rop)