Digitales Antennen-Fernsehen für Nord- und Ostsee-Anwohner
Nach Berlin macht sich nun auch Schleswig-Holstein für das digitale Antennen-Fernsehen DVB-T stark.
Nach Berlin macht sich nun auch Schleswig-Holstein für das digitale Antennen-Fernsehen DVB-T (Digital Video Broadcasting-Terrestrial) stark. DVB-T könne zu einer echten Alternative für Kabel- und Satellitenempfang werden, sagte Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) am Mittwoch im Kieler Landtag. Als Vorteile nannte sie unter anderem den mobilen Empfang von bis zu 24 Digital-Programmen, die Nutzung interaktiver Multimediadienste sowie die leichte Installation. Auch müsse für die Übertragung nicht zusätzlich gezahlt werden.
Die Abgeordneten des nördlichsten Bundeslandes debattierten auch in erster Lesung über ein Gesetz zur Änderung zahlreicher rundfunkrechtlicher Vorschriften, das in einer der nächsten Sitzungen verabschiedet werden soll. Es enthält unter anderem bundesweite Neuregelungen zum Medienkonzentrationsrecht für das bundesweite Privatfernsehen. Das Fernsehen werde mit den Änderungen allerdings nicht wie gewünscht durch zusätzliche regionale "Fenster" zu einer größeren Vielfalt beitragen, kritisierte Oppositionsführer Martin Kayenburg (CDU). Er warf Simonis vielmehr vor, sie strebe im Land beim digitalen Antennen-Fernsehen nur eine Insellösung an, keineswegs aber eine flächendeckende Einführung.
"Wir wollen einen zukunftsfähigen Rundfunk für die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land sichern", sagte Simonis. Für den Einstieg in das neue digitale terrestrische Fernsehen hält sie den Raum Kiel/Schleswig für geeignet. Ein exakter Termin stehe dafür aber noch nicht fest. Der öffentlich-rechtliche und der private Rundfunk sollen die Möglichkeit bekommen, die bisherige analoge terrestrische Verbreitung schrittweise einzustellen. Die Zuschauer müssten dann aber die Programme über Kabel, Satellit oder die neue Digitaltechnik zu angemessenen Bedingungen empfangen können.
In Berlin hatten sich die Sender ARD, ZDF, SFB, ORB, ProSieben, Sat1, RTL und die Medienanstalt Berlin-Brandenburg vergangene Woche darauf geeinigt, dass ab Herbst dieses Jahres das über Antenne verbreitete Digitalfernsehen im Großraum Berlin eingeführt wird. Bis zum Sommer 2003 sollen in der Hauptstadt und einem Großteil Brandenburgs mehr als fünf Millionen Menschen insgesamt 24 digitale Programme empfangen können. Die für den Empfang notwendigen Set-Top-Boxen sollen für weniger als 200 Euro zu haben sein. (pmz)