Polizei durchsucht italienische Indymedia-BĂĽros
Indymedia Italien bezeichnet die im Zusammenhang mit dem G8-Treffen in Genua stehende Durchsuchungs-Aktion als "Angriff auf die Informationsfreiheit".
Am 20. Februar stürmten schwerbewaffnete Carabineri mehrere Zentren in Florenz, Turin, Bologna und Taranto sowie den Sitz der linken Basisgewerkschaft Cobas. Alle durchsuchten Objekte wurden von der Polizei und der für die Durchsuchungsaktion federführenden Genueser Staatsanwaltschaft als "Indymedia-Büros" bezeichnet. Indymedia ist im Rahmen der Globalisierungsbewegung entstanden. Mittlerweile gibt es in vielen Ländern Indymedia-Zentren, die sich als unabhängiges Netzwerk für die Verbreitung einer weitgehend ungefilterten Berichterstattung von unten verstehen (vgl. auch Schweizer Indymedia-Ableger offline ).
Die Aktion stand im Zusammenhang mit den Protesten der Globalisierungskritiker gegen das G8-Treffen im Juli 2001 in Genua. Gesucht wurden Fotografien, Videokassetten und Audiobänder, auf denen die Erstürmung des Indymedia-Centers und der Polizeiangriff auf die in der Diaz-Schule schlafenden Globalisierungskritiker dokumentiert sind. In der Presseerklärung von Indymedia-Italien wird darauf hingewiesen, dass alle gesuchten Informationen im Netz frei verfügbar seien.
Die Aktion gegen Indymedia wird als Rache der Regierung für die kritische Berichterstattung nach den Polizeiübergriffen von Genua interpretiert. Es wurden zahlreiche Materialien sowie Computer beschlagnahmt, die angeblich nichts mit dem G8-Treffen zu tun haben. Indymedia bezeichnet die Aktion als Versuch, die Meinungs- und Informationsfreiheit einzuschränken. (Peter Nowak)
Mehr in Telepois: Indymedia under Attack. (fr)