Interactive Marketing soll AOL mehr Geld einbringen
In Deutschland werde der Online-Dienst in drei bis vier Jahren 25 Prozent seiner Einnahmen durch Werbung machen, glaubt Klaus Täubrich, Geschäftsführer bei AOL.
Dank neuartiger Werbekonzepte, dem so genannten Interactive Marketing, sollen die Werbeeinnahmen bei AOL bis spätestens 2006 ein Viertel der Einnahmen ausmachen. Der Onlinedienst erziele in den USA bereits heute 25 Prozent durch Interactive Marketing, den Rest durch die Zugangsgebühren. In Deutschland werde AOL diese Zahlen in drei bis vier Jahren erreichen, meint Klaus Täubrich, Geschäftsführer Interactive Services AOL Deutschland, am heutigen Donnerstag.
Insgesamt werden die Onlinemedien und Internet-Angebote in Deutschland bis zum Jahr 2005 rund sieben Prozent des gesamten Werbemarktes erobern, ist Täubrich überzeugt. Derzeit liege der Online-Anteil bei der Werbung zwischen 1,2 und 1,5 Prozent.
Im Gegensatz zur klassischen Online-Werbung, die mit kleinen Werbeflächen arbeitet, soll das Interactive Marketing sehr individuell auf den Werbepartner zugeschnitten sein. Dazu gehörten auch Dienstleistungen, von denen der Online-Nutzer profitiere, wenn er sich beispielsweise im Rahmen eines Werbeangebots für Gebrauchtwagen die Bedingungen für einen Ratenkredit ausrechnen könne, sagte Jürgen Rösger, der bei AOL Deutschland den Bereich Interactive Marketing leitet. "Der Verbraucher muss einen Nutzen haben, ob Online-Banking, Autokauf oder Reisebuchung übers Internet."
Für den endgültigen Durchbruch von Interactive Marketing in der Online-Branche müssten jedoch noch allgemein akzeptierte "Währungen" geschaffen werden, um die Reichweite und Wirkung eines Werbeangebots zu messen, sagte Rösger. Außerdem stehe man bei medienübergreifenden Kampagnen, dem so genannten Cross-Media-Marketing, noch am Anfang.
Im vorigen Oktober wurde bekannt, dass AOL zumindest in den USA den Einsatz von Cookies und Web-Bugs plant. Damit lieĂźen sich Werbebanner besser auf spezifische Interessen einzelner Surfer abstimmen. (anw)