Kim Schmitz angeklagt
"Kimble" auf dem Boden der Tatsachen: Die MĂĽnchner Staatsanwaltschaft hat nun Anklage wegen verbotenen Insiderhandels erhoben.
"Kimble" auf dem Boden der Tatsachen: Die Münchner Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen den 28-jährigen Internet-Unternehmer Kim Schmitz erhoben. "Verbotener Insiderhandel" wird dem Inhaber der Kimvestor AG vorgeworfen. Als Investor bei der börsennotierten Firma LetsBuyIt.com soll der Angeklagte den Kurs mit Hilfe seiner Insiderkenntnisse zum Zweck eigener Gewinne und zum Schaden anderer Anleger beeinflusst haben.
Kim Schmitz ist 1994 wegen Betrugs mit Millionenschaden zu zwei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt worden. Die Gewinne hatte er sich durch Eindringen in die Computer von Telefongesellschaften verschafft. Sein Prozess brachte ihm damals auch Nutzen: Er gründete mit Unterstützung von Unternehmen Computerfirmen und genoss -- schenkt man der Boulevardberichterstattung Glauben -- das Leben im Jet Set. Im September vorigen Jahres lobte er 10 Millionen US-Dollar Belohnung für die Ergreifung von Osama bin Laden aus. Mit seiner "Anti-Terror-Gruppe" Yihat wollte Schmitz die "Geldquellen des Terrors töten".
Wie sein Namensvetter in einer populären Fernsehserie der 60er Jahre war Kimble zum Schluss jedoch auf der Flucht. Im Januar wurde er in Bangkok festgenommen, nach München ausgeliefert und dort verhaftet. Der Prozess wird ihm vor dem Amtsgericht München gemacht. Bislang hat Schmitz alle Vorwürfe zurückgewiesen. (anw)