Online-Anzeigenmarkt der Tageszeitungen vor dem Aus

FĂĽr den Job-, Auto- und Immobilien-Anzeigenmarkt Versum, an dem zeitweise 88 deutsche Tageszeitungen beteiligt waren, gibt es keine Rettung mehr.

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Von
  • Joachim Budeck

Für den Job-, Auto- und Immobilien-Anzeigenmarkt Versum.de gibt es keine Rettung mehr. Das gemeinsame Projekt von 88 Tageszeitungen wird nach einem gescheiterten Reorganisationsversuch liquidiert. Darauf haben sich die Gesellschafter des vor einem Jahr gegründeten Portals geeinigt. Nach Angaben von Versum-Sprecher Frank Niederländer soll das Angebot vorerst noch täglich aktualisiert werden. Zum Zeitpunkt der endgültigen Einstellung konnte Niederländer keine Angaben machen.

Das Gemeinschaftsprojekt war ursprünglich als Antwort der Printmedien auf Online-Anzeigenbörsen gedacht. Nach Angaben des Crosswater Job Guide war Versum mit knapp 65.000 Stellenanzeigen und einem Marktanteil von 9 Prozent die Nummer drei unter den Online-Stellenbörsen in Deutschland. Das Projekt scheiterte allerdings an der Uneinigkeit der Gesellschafter. So betreiben die FAZ und die Süddeutsche Zeitung nach wie vor ihre eigenen Online-Jobbörsen. Die WAZ-Gruppe stieg sogar parallel in ein Konkurrenzprojekt ein.

Die angespannte Konjunkturlage und Einbrüche im Anzeigengeschäft führten darüber hinaus zu steigender Unzufriedenheit der Beteiligten. Ein im November vergangenen Jahres gestarteter Versuch zur Reorganisation scheiterte unter anderem daran, dass man sich nicht auf ein neues Geschäftsmodell einigen konnte. Im Juni dieses Jahres zogen sieben der zehn Gesellschafter die Konsequenzen und kehrten dem gemeinsamen Online-Anzeigenmarkt den Rücken. Danach wollten die verbliebenen Gesellschafter der WAZ-, der Holtzbrinck- und der Ippen-Gruppe das Unternehmen im Alleingang weiterführen. (Joachim Budeck) / (em)