New Yorks Stadtväter diskutieren eingeschränktes Handyverbot

New Yorker, die im Theater ihr Handy nicht auf stumm schalten, könnten dafür bald 50 US-Dollar Strafe zahlen.

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Von
  • David Adamczewski

Der New Yorker muss derzeit ein dickes Fell haben: Denn nach dem vorgeschlagenem Rauchverbot in allen Bars wird jetzt auch ein Handyverbot in allen öffentlichen Einrichtungen der US-Stadt diskutiert. Diesen Vorschlag machte der Abgeordnete Philip Reed von New York City. "25 meiner Kollegen habe ich bereits gefragt, wobei nur einer Ablehnung signalisiert hat", sagte Reed gegenüber der Newswebseite Wired.com. Nach eigener Aussage wurde Reed von seinen Freunden auf die Handy-Nerverei hingewiesen, die ihn dazu gebracht haben, einen solchen Gesetzentwurf auszuarbeiten.

Vor allem Theater, Galerien und Bibliotheken will Reed zu Handy-freien Zonen erklären. Verstöße sollen dann mit 50 US-Dollar Strafe geahndet werden. Noch mehr Geld verlangen die brasilianischen Stadtväter von Campinas; dort werden bei Gesetzverstoß sogar 135 US-Dollar fällig. Wie beim Rauchverbot formiert sich jetzt auch gegen die Handy-Regelung Widerstand. Kim Kuo, Sprecherin der Cellular Telecommunications and Internet Association (CTIA), hält den Gesetzentwurf für überflüssig. Denn nach ihrer Meinung sei es sinnvoller, Mobilfunkern den vernünftigen Umgang mit ihren Geräten beizubringen, damit sie andere Personen beim Telefonieren nicht stören. "Wir lehnen die Regelung ab, da bei einem Notfall der Griff zum Handy erlaubt sein muß", so Kuo.

Dass Personen aber auch während Theatervorstellungen ein Handy brauchen, um im Falle des Falles Hilfe zu rufen, glaubt Reed nicht. "Sobald ein Anruf eingeht, solltet ihr euch endlich erheben und diesen im Eingang entgegennehmen. Niemand, der auf Vibrationsalarm schaltet, landet im Gefängnis", führt er fort -- nach der Logik des Strafgesetzes "Three Strikes and out" könnte das bei einem bimmelnden Handy aber sehr wohl geschehen. Bereits im November könnte der Gesetzvorschlag verabschiedet werden. (daa)