MobilCom-GrĂĽnder zieht vor Gericht

Im Konflikt mit MobilCom-Großaktionär France Telecom hat Gerhard Schmid nachgelegt.

vorlesen Druckansicht 16 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • dpa

Im Konflikt mit MobilCom-Großaktionär France Telecom hat der frühere Chef des Büdelsdorfer Telecom-Konzerns, Gerhard Schmid, nachgelegt. Nachdem er bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) Widerspruch gegen deren Bescheid eingelegt hat, wonach die Franzosen den übrigen MobilCom-Aktionären kein Pflichtangebot machen müssen, kündigte Schmid am Montag in Frankfurt gerichtliche Schritte an.

"Ich erwarte, dass die Bundesanstalt aus Gründen der Gesichtswahrung auch im Widerspruchsverfahren bei seinem Urteil bleibt", so Schmid. In diesem Fall werde er den neuen Bescheid der Behörde sofort einem Gericht zur Prüfung vorlegen. Schmid hatte ein Gutachten erstellen lassen und auf dieser Basis von der Behörde verlangt, France Telecom nach dem Wertpapierhandels- und Übernahmegesetz zu einem Pflichtangebot an alle freien Aktionäre zu veranlassen. Die neugegründete Schutzgemeinschaft der MobilCom-Aktionäre in Hamburg will die Stimmrechte für eine außerordentliche Hauptversammlung sammeln, die Klarheit über die Zukunft des Unternehmens bringen soll.

Für die Behörde hat France Telecom auch nach der Abberufung von Schmid als Vorstandschef bisher nicht die alleinige Kontrolle über die MobilCom AG (Büdelsdorf). Die Franzosen sind seit März 2000 mit 28,5 Prozent an MobilCom beteiligt, als sie zum Ausbau des milliardenteuren UMTS-Standards eingestiegen waren. Über die Finanzierung des UMTS-Netzaufbaus gerieten die Unternehmen in Streit, was zum Ausscheiden von Schmid im Juni führte. Er hatte MobilCom 1991 gegründet und hält mit seiner Frau knapp 50 Prozent der Anteile.

France Telecom muss bis Ende September mit den Banken die Umschuldung eines UMTS-Kredits in Höhe von 4,7 Milliarden Euro bei MobilCom abwickeln, der bis zum 30. September gestundet ist. Außerdem muss noch eine Lösung für die MobilCom-Verbindlichkeiten in Höhe von 1,1 Milliarden Euro bei den Zulieferern Nokia und Ericsson gefunden werden. (dpa) / (tol)