Norton Antivirus 2002 hat Probleme mit NTFS-Laufwerken

Die Boot-CD der jetzt neu erschienenen "Professional Edition" von Symantecs Norton AntiVirus 2002 erkennt NTFS-Laufwerke nicht.

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Als "umfassenden Virenschutz für kleinere Unternehmen und Power-User" preist Symantec die jetzt neu erschienene "Professional Version" von Norton AntiVirus 2002 an. Im Unterschied zur bereits seit längerem auf dem Markt befindlichen Standardversion bietet die Pro-Variante auch einen Virenscanner für Palm OS und ermöglicht das Wiederherstellen gelöschter Daten sowie das endgültige Löschen von Daten durch Überschreiben. Die Software arbeitet unter Windows 98, ME, NT, 2000, XP Home und Pro und scannt unter diesen Systemen laufend sowohl FAT-, FAT32- als auch NTFS-Partitionen.

Doch so richtig "umfassend" ist der Virenschutz nicht; vor bereits auf dem PC vorhandenen Viren kann das System nämlich nicht immer schützen. In diesem Fall sollte der PC eigentlich mit einem sauberen Bootmedium gestartet und die Virensuche mit einem auf dem Boot-Medium enthaltenen Virenscanner duchgeführt werden. Ein solches Medium liegt der Software-Packung in Form einer bootfähigen DOS-CD auch bei -- nur hat die darauf enthaltene DOS-Version des Virenscanners ein Problem: Mangels entsprechender Treiber ist sie außerstande, auf der DOS-Ebene NTFS-Laufwerke zu scannen, weil sie diese nicht sieht. Dasselbe Problem plagt übrigens auch die Standard-Version von Norton AntiVirus.

Folge: Zum Virenscannen müsste man das befallene Betriebssystem erst mal starten, um über dessen Treiber auf NTFS zuzugreifen und das Laufwerk nach Viren zu scannen. Doch dann könnte ein bereits aktiver Virus in Ruhe weiter seine Arbeit verrichten. Ist der Virenscanner noch nicht installiert, soll man laut Symantec zudem noch eine Internet-Verbindung aufbauen, um einen Online-Virenscanner zu starten. Ein im System vorhandenes Trojaner-Programm würde dadurch aber Gelegenheit erhalten, "nach Hause" zu telefonieren. Alternativ, so der Rat von Symantec, könnte man auch einfach die betroffene Festplatte in einen anderen PC einbauen und dort scannen.

Auf Nachfrage von heise online teilte der Symantec-Support zunächst mit, dass "es technisch nicht möglich ist, aus DOS heraus auf NTFS Laufwerke zuzugreifen" und ignorierte dabei, dass es Programme wie NTFSDOS von Sysinternals gibt, die eben dies bewerkstelligen. Immerhin lenkte das Unternehmen später ein und erkennt nun an, dass es sich bei der Unfähigkeit zum Scannen von NTFS-Partitionen unter DOS um einen Mangel handelt: "Andere Hersteller machen das über Linux, darüber denken wir auch nach." Bislang aber kann Symantec keine Lösung anbieten, wie man mit Norton AntiVirus 2002 ein befallenes NTFS-Laufwerk scannen soll, ohne Windows hochzufahren.

Wer von vornherein einen Virenscanner installiert, auf dass es gar nicht erst zu einem solchen Problem komme, sollte sich keine falschen Hoffnungen machen: Kein Virenscanner konnte in der Vergangenheit etwa vor Nimda, ILOVEYOU oder Sircam wirksam schützen -- jedenfalls nicht ohne eilig nachgeschobenes Update der Virenscanner-Hersteller, doch dann war es häufig schon zu spät.

Norton AntiVirus Professional kostet als Vollversion 74,95 Euro, für das Update sind 44,95 Euro fällig. Inbegriffen ist der bei Symantec übliche Support: Der Kunde darf auf die Symantec-Datenbank zugreifen und Fragen an eine öffentliche Diskussionsgruppe stellen (wie jeder andere Internetnutzer auch), die von einem Symantec-Techniker beantwortet wird. Wer individuelle telefonische Unterstützung wünscht, wird laut Symantec mit 25 Euro pro Anruf zur Kasse gebeten, "falls es für das Problem in unserer Wissensdatenbank online einen Artikel und eine Hilfestellung gibt". (axv)