Gesetze der Schwerkraft scheinbar auf den Kopf gestellt

Wissenschaftler beobachten einen Sauerstofftropfen, der aufwärts statt abwärts tropft.

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Von
  • Andrea Naica-Loebell

In einem Beitrag der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature geht es um ein eigenartiges Phänomen, das bei der Wechselwirkung von Supraleitern und Magnetfeldern auftritt. Physiker der englischen University of Durham stellen Tropfen aus flüssigem Sauerstoff vor, die paradoxerweise der Gravitation trotzen. Die Versuchsanordnung bestand aus einem starken Magnet (NdFeB), der über einem mit flüssigem Stickstoff gekühlten Hochtemperatur-Supraleiter (YBa2Cu3O7) bei einer Temperatur von 77 Kelvin ( -196,15 Grad Celsius) abhebt. Zur Überraschung der Forscher bildeten sich Sauerstofftropfen auf dem Supraleiter, stiegen zum Magneten auf und verdampften schließlich, um sich erneut unten zu formen und wieder nach oben zu ziehen.

In flüssiger Form ist Sauerstoff ausreichend paramagnetisch, um zwischen Supraleiter und Magneten eine Brücke zu formen. Die Tropfen kondensieren aus der Luft und werden anschließend wieder zu flüssigem Sauerstoff. Sie verschwinden dann wieder, weil sie auf dem Magneten in den gasförmigen Zustand zurückkehren. Daraufhin bildet sich durch Kondensation auf dem sehr kalten Supraleiter gleich wieder ein neuer Tropfen, der erneut aufwärts steigt.

Mehr in Telepolis: Wenn es aufwärts tropft. (Andrea Naica-Loebell) (fr)