Noch keine Einigung über MobilCom-Zukunft

France Telecom-Chef Michel Bon sagte in einem Interview, die UMTS-Perspektiven in Deutschland und damit für MobilCom hätten sich geändert.

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  • dpa

Die Zukunft des Telecom-Konzerns MobilCom bleibt umstritten. Während der Partner France Telecom weitere Milliarden-Investitionen in den deutschen Markt erst einmal ausschloss, berichtet die Financial Times, die Franzosen hätten MobilCom-Chef Gerhard Schmid ein Übernahmeangebot für den Großteil seiner Aktien unterbreitet. France-Telecom-Chef Michel Bon sagte in einem Interview der Wirtschaftszeitung La Tribune, die UMTS-Perspektiven in Deutschland und damit für MobilCom hätten sich geändert. Das Engagement abzuhaken sei besser als nochmals "Milliarden auszugeben und niemals Geld zu verdienen".

Bon ließ dabei offen, wie die Franzosen den seit Wochen andauernden Streit mit MobilCom-Chef und Hauptaktionär Schmid beilegen wollen. France Telecom erklärte am Montag, es sei noch kein Übereinkommen erzielt worden. Die Verhandlungen würden aber fortgesetzt. Dem Zeitungsbericht zufolge wollen die Franzosen den ungeliebten Partner Schmid aus dem Unternehmen drängen. So biete France Telecom ihm für jeden seiner MobilCom-Anteile im Tausch 2,75 Aktien ihrer Mobilfunk-Tochter Orange. Das entspreche einem Preis von 22 Euro je MobilCom-Aktie. An der Pariser Börse gab der France Telecom-Kurs zwischenzeitlich um 2,3 Prozent auf 33,10 Euro nach, Orange-Papiere sanken um 2,8 Prozent auf 7,7 Euro.

Das Angebot sei mit Hilfe von Banken unterbreitet worden, die das Schmid-Paket vorerst bei sich parken würden, um die enorme Verschuldung von France Telecom, an dem mehrheitlich der französische Staat beteiligt ist, mit über 60 Milliarden Euro nicht weiter ausufern zu lassen. France Telecom war mit 28,5 Prozent bei MobilCom eingestiegen, um sich am Erwerb einer der UMTS-Lizenzen am deutschen Mobilfunkmarkt zu beteiligen. (dpa) / (jk)