Telekom weist Kritik wegen Netzabschaltung zurĂĽck
Die Kritik, dass im vom Hochwasser bedrohten niedersächsischen Amt Neuhaus Festnetzanschlüsse ohne Abstimmung abgeklemmt worden seien, hat ein Telekom-Sprecher entschieden zurückgewiesen.
Die technische Einsatzleitung im vom Hochwasser bedrohten niedersächsischen Amt Neuhaus hat sich am heutigen Dienstag "empört" über das Verhalten der Deutschen Telekom gezeigt. Das Unternehmen habe, so ein Sprecher, Telefonanschlüsse im Katastrophengebiet ohne Vorwarnung gekappt. Hunderte, vor allem alte Menschen seien nun ohne Verbindung nach außen.
Peter Kespohl, Pressesprecher der Deutschen Telekom, weist diese Vorwürfe entschieden zurück. Nach seinen Angaben entschloss sich die Telekom, die Vermittlungsstelle zu demontieren, da in Amt Neuhaus Technik zum Einsatz komme, für die kein Ersatz zu erhalten sei. "Wenn die Vermittlungsstelle vollläuft, müssen wir den gesamten Ort mit neuer Technik ausstatten. Einfach wie an anderen Orten einen Container mit einer Vermittlungseinheit hinzustellen, um den Betrieb schnell wieder aufzunehmen, funktioniert dort nicht", meinte Kespohl gegenüber heise online.
Den Abbau habe man selbstverständlich zuvor mit den zuständigen Stellen abgestimmt, es sei davon auszugehen, dass die Räumlichkeiten, in denen die Vermittlungsstelle untergebracht ist, vom Hochwasser vollständig zerstört würden, erklärte Kespohl weiter. Das D1-Netz sei im betroffenen Gebiet aber derzeit weiterhin ohne Einschränkungen verfügbar.
Peter Kespohl zeigt sich im Gespräch mit heise online enttäuscht: "Wir kämpfen erbittert um jede Vermittlungsstelle. Einige unserer Mitarbeiter mussten bereits mit dem Hubschrauber evakuiert werden, weil sie bis zur letzten Sekunde ausharrten. Ich bedaure, dass durch eine vorschnell geäußerte Einzelmeinung die Arbeit unserer 3500 Mitarbeiter in den Katastrophengebieten diskreditiert wird." (uma)